Mit jemandem in einen Mailkontakt treten, der sich dann intensiviert und aufgrund dessen man sich auf ein Treffen freut: das ist mehr oder weniger der Sinn der Sache einer Singlebörse.

Doch seit es das Online-Dating gibt, gibt es auch unheimlich viele betrügerische Maschen rund um die digitale Partnersuche.

Eine davon ist die Masche mit den Fake-Profilen. Da hier unzählige Menschen schamlos abgezockt werden, ist dieses fast schon kriminelle Vorgehen immer häufiger ein Thema in den Medien. Erst dieser Tage wurde auf ZDF info eine Reportage über solche miesen Vorgänge in diversen Singlebörsen gesendet. Auch in Magazinen und Zeitungen sind Fake-Profile immer mehr ein Thema.

Aus gutem Grund, denn: mittlerweile sind die Abzock-Methoden so perfide, dass in manchen Singlebörsen oder Single-Chats für jede Nachricht gezahlt werden muss, vorzugsweise von Männern.

Und diese werden bei der Stange gehalten, in dem der Mann ganz viele Nachrichten von einer angeblich an ihm interessierten, attraktiven Frau erhält.

Dabei ahnen diese Partnersuchenden meist nicht, dass hinter dem Profil der vermeintlich interessierten Frau jemand steckt, der die Nachrichten und Antworten professionell verfasst.

Oft sind das Männer.

Damit nicht genug, haben sich einige Portalbetreiber auf diesem Gebiet in ihren AGB`s dahingehend abgesichert und geben offen zu, dass auch Mitarbeiter in die Kommunikation mit angemeldeten Singles involviert sind, oft heißen diese „Controller“. Da aber diese Info ziemlich versteckt in die jeweiligen AGB`s integriert ist, wird sie von den Nutzern kaum gesehen. Und – mal ehrlich! – wer liest sich denn bei der Registrierung auf einem Singleportal wirklich die AGB`s durch – und auch noch von A bis Z?

Eben!

Im SPIEGEL erschien hierzu Anfang dieses Jahres ein Artikel, darin ist – unter anderem – folgendes zu lesen:

„Die Verbraucherzentrale Bayern hat 187 Onlinedating-Portale identifiziert, die laut ihren Geschäftsbedingungen auch Fake-Profile einsetzen. In solchen Fällen flirtet der Nutzer nicht mit echten Menschen, sondern mit Mitarbeitern der Portale – meist ohne dies zu wissen. Insgesamt haben die Verbraucherschützer 316 Portale untersucht, die potenziell fiktive Profile einsetzen könnten.

Kritik übten die Verbraucherschützer vor allem daran, dass ein Großteil dieser Portale den Eindruck vermittelten, Kontakt mit echten potenziellen Partnern herstellen zu können. „Chancen zum Kennenlernen eines potenziellen Partners gibt es bei Fake-Profilen nicht, obwohl mit echten Kontakten geworben wird“, sagt Susanne Baumer von der Verbraucherzentrale Bayern.

Auf nur 41 der 187 gesichteten Datingportale findet sich ein Hinweis, dass fiktive Profile im Chat auch als solche gekennzeichnet werden. Dieser Hinweis sei allerdings „nicht an prominenter Stelle platziert“, kritisierte die Verbraucherzentrale Bayern.“      

Wie schon erwähnt, hat es den Anschein, dass Männer häufiger Opfer solcher perfiden Methoden werden, aber natürlich ist man auch als Frau nicht davor geschützt, beim Online-Dating mit einem Fake zu kommunizieren. Hinzu kommt – das ist ein Thema für sich, aber deshalb nicht minder relevant – dass weibliche Singles häufig ins Visier von Romance Scammern geraten (hierzu gibt es bei uns im Magazin diverse Berichte, stöbern Sie einfach mal durch unsere Beiträge!).

Ganz gleich, ob man als Frau oder Mann misstrauisch hinsichtlich der aktuellen Online-Bekanntschaft ist, es gibt einen guten Weg herauszufinden, ob man belogen oder betrogen wird: ein Telefonat oder – noch wichtiger – ein reales Treffen.

Zaudert der andere hier oder kommt immer wieder mit Ausreden daher, dass ein Telefonat oder ein Treffen nicht möglich sind, dann sollte man den Kontakt sofort abbrechen.

Und: den Fokus am besten immer auf das reale Treffen legen, denn vor allem beim Romance Scamming, kann es vorkommen, dass der Betrüger am anderen Ende, der auf Geld statt auf Liebe aus ist, tatsächlich an der Strippe ist. Auch das gehört zum perfiden Spiel dazu und ist lange noch kein Indiz dafür, dass Ehrlichkeit an den Tag gelegt wird.

Insofern: schlagen Sie immer – auch wenn nichts auf eine Fake bei ihrer Internetbekanntschaft hindeutet – rasch ein reales Treffen vor!

Das hat eigentlich nur Vorteile: trifft man auf einen Menschen, der zwar kein Fake ist, aber trotzdem nicht zu einem passt, hat man sehr schnell Klarheit in Sachen des Flirtkandidaten und kann die Sache abhaken. Und: hat man `eh schon ein misstrauisches Bauchgefühl, weil die Frage nach einem Treffen immer wieder mit neuen Ausreden abgebügelt wird, kann man relativ sicher davon ausgehen, dass der oder die andere ein Fake ist.

Den Kontakt dann sofort zu beenden, ist in solchen Fällen die einzig richtige Reaktion. Scheuen Sie sich davor nicht!

Außerdem: jeder, der ernsthaft einen Partner sucht, wird IMMER das hiermit einhergehende Naheliegendste tun – und den anderen recht rasch treffen wollen.

Bildnachweis: pexels.com

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