Untreue

Corona macht(e) es möglich: Man(n) geht weniger fremd! Eine Nachricht, die nicht aus der Luft gegriffen, sondern von einer Sexualpädagogin veröffentlicht worden ist. Im Nachrichtenmagazin SPIEGEL, Nr. 24 / 2020, ist ein Interview mit dieser Expertin – Barbara Rothmüller – veröffentlicht worden. Es ging darin auch um das Fremdgehen.

So ist zu lesen, dass Frau Rothmüller, die an der Sigmund-Freud-Privatuniversität in Wien forscht, über den Monat April 2020 circa 5000 Menschen in Deutschland und Österreich per digitalem Fragebogen darüber befragt hat, wie die Coronakrise Sexualität und Partnerschaft beeinflusst hat. Die Teilnehmer waren durchschnittlich 35 Jahre alt und es haben mehr Frauen als Männer mitgemacht.

Fremdgehen ging krisenbedingt eher nicht

Ob Frauen auf diesem Gebiet wohl auskunftsfreudiger sind? Es scheint so…Die Auswertung der Umfrage der Sexualpädagogin brachte zweierlei Erkenntnisse zutage. Zum einen erfuhren manche Partnerschaften viel mehr Harmonie, als in „Nicht-Krisenzeiten“ und zum anderen gab es in so mancher Beziehung mehr Krach, als im „Nicht-Corona“-Alltag.

Interessant ist auch, dass die Expertin in ihrer Befragung herausgefunden hat, dass das Online-Dating während Corona keine große Rolle spielte. Wurde am Anfang der Pandemie seitens der Datingportale noch so getan, als erfahren die Partnerbörsen einen unglaublichen Zulauf, spiegelt sich dieser Umstand in den Antworten der Befragten überhaupt nicht wider. Im Gegenteil: Ein Teil der Befragten hat sich in dieser Zeit komplett vom Online-Dating zurückgezogen. Was irgendwie logisch und nachvollziehbar ist, angesichts der Tatsache, dass das digitale Kennenlernen stets auf ein reales Kennenlernen hinauslaufen soll (zumindest in den meisten Fällen), dies sich aber durch die Seuche verbot.

Ähnlich muss es sich mit dem Fremdgehen verhalten haben, denn die Untreuen waren längst nich so aktiv wie in normalen Zeiten.

Auf die Frage vom SPIEGEL, ob die Treue in der Coronazeit zugenommen hat, antwortete Barbara Rothmüller:

„In der Tat scheinen die Menschen in der Krise monogamer geworden zu sein. Partnerschaften sind ja allgemein sehr vielschichtig. Nicht alle Singles sind auf Partnersuche. Und einige, die sich in einer Partnerschaft befinden, suchen noch einen weiteren oder neuen Partner. Menschen haben Affären oder leben in offenen Beziehungen. Letzteres war immerhin bei sechs Prozent der Befragten der Fall. Von denen haben sich aber mehr als 40 Prozent von Partnern sozial distanziert, mit denen sie aktuell nicht zusammenleben. In festen Partnerschaften haben weniger nach einer neuen Affäre gesucht“

Eine interessante Aussage! Allerdings kann die krisenbedingte Treue auch den Hintergrund haben, dass Männer, die fremdgehen, in der Zeit des „Social Distancings“ eben nicht untreu sein konnten. Ganz einfach deshalb nicht, weil sie ihre Geliebte nicht sehen konnten. Wir haben darüber hier berichtet.

Untreue wird es leider immer geben

So oder so kann die eigentlich eher positive Message, dass das Fremdgehen mal für eine Weile nachgelassen hat, aber keine Meldung sein, die nun für alle Zeit für Beruhigung bei misstrauischen Frauen sorgen könnte.

Denn ehrlicherweise muss man sagen, dass wohl keine Krise der Welt das Fremdgehen abschalten könnte. Da müsste schon ein Riesen-Himmelskörper auf die Erde rauschen und alles Leben dahin fegen. Soll heißen: Wo es Menschen (Männer) gibt, gibt es auch Untreue.

Und selbst in der Coronakrise wird es etliche männliche Zeitgenossen gegeben haben, die das reale Fremdgehen mit dem Versenden heimlicher Nachrichten an ihre Geliebte kompensiert haben. Oder aber zum Hardcore-Porno-Nutzer wurden. Letzteres ist zwar kein Fremdgehen, allerdings empfinden unzählige Frauen diesen Konsum sehr wohl als Untreue.

Die Quintessenz ist, dass in Sachen Fremdgehen eher kein Aufatmen zu verzeichnen ist. Wer als Frau einen Schürzenjäger als Partner hat, wird wohl auch zukünftig immer damit rechnen müssen, dass es eine Nebenbuhlerin gibt. Krise hin oder her…So ist es nunmal. Leider!

Recherchenachweis: SPIEGEL

Bildnachweis: stock.adobe.com / Stefan_Weis

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