Es gibt – mal wieder – Neuigkeiten auf dem Markt des Datings.

Diesmal steht eine App im Focus, die Leute, die sich via Internet zu einem ersten Date verabreden, Sicherheit geben soll. Vorzugsweise sicherlich Frauen.

Die Anwendung ist so gedacht, dass man per App, die man sich vorher runterlädt und die zum jetzigen Zeitpunkt nur für Nutzer von Apple-Geräten zur Verfügung steht, eine vorher festgelegte Person (oder mehrere Personen) während des Dates auf dem Laufenden und sich damit – so die Intention der Gründer der App – sicher hält.

Das Internetportal heute.at schreibt dazu folgendes:

„Bevor ein Nutzer zu einem Date mit einem Fremden geht, kann dieser dessen Foto in „Date Protect“ hochladen und die Adresse des Treffpunktes in der Datei hinterlegen. Sogenannte „Alerts“, die ein User beliebig festlegen kann, werden vor dem Treffen der für den Dating-Partner angelegten Datei hinzugefügt. Die „Alerts“ können Notizen und Fotos, die während des Treffens hochgeladen werden, einsehen. 

Während das Treffen stattfindet, lassen verschiedene Änderungen in der angelegten Datei machen. So kann beispielsweise eine weitere Adresse hinzugefügt werden, wenn sich die Verabredeten entscheiden, ins Kino zu gehen. Zu jeder Adresse können Mini-Notizen hinzugefügt werden, etwa: „Film beginnt um 20 Uhr, wir verlassen das Gebäude gegen 23 Uhr“. Auf diese Weise kann ein User auch zu erkennen geben, dass ihm sein Date komisch vorkommt oder er gerne von einem seiner „Alerts“ unauffällig unter einem Vorwand abgeholt werden möchte.“

Nun ja….So richtig romantisch ist das ja alles nicht, denn: wer will schon während seiner Verabredung ständig am Handy herum fummeln und Updates übermitteln, Dateien und Uhrzeiten an Personen seines Vertrauens senden?

So richtig die Überlegung ist, sich vor und während eines ersten Dates Gedanken über die eigene Sicherheit zu machen, so realitätsfremd wirkt aber auch die Anwendung der App.

Ob das während eines Treffens alles überhaupt machbar ist, sei dahingestellt. Denn: selbst wenn einen bei so einem Date nicht gleich Amors Pfeil trifft, so sitzt man doch meist einer Person gegenüber, die sympathisch ist und mit der man sich doch das eine oder andere zu erzählen hat. Ausnahmen bestätigen freilich die Regel, aber da man vor solchen Verabredungen ja meist auch miteinander gemailt und telefoniert hat, ist es selten, dass zwei Dating-Kandidaten aufeinandertreffen, die sich nun so gar nichts zu sagen haben.

Und weil das so ist, liegt hier auch der Hase mit der oben genannten App im Pfeffer! Wie soll man denn inmitten eines angeregten Gesprächs im Restaurant oder im Café, das oftmals noch durch ein leckeres Essen begleitet wird, permanent Neuigkeiten zur Situation an andere weitergeben, ohne Irritationen beim Gegenüber auszulösen?

Es gehört auch und vor allem beim Dating zum guten Ton, das Handy in der Tasche zu lassen. Folgte man aber den Hinweisen von „Date-Protect“, hätte man die Finger allethalben am Smartphone. Nicht schön!

Was aber tun, zumal vor dem Hintergrund, dass natürlich das Anliegen der Schutz-App-Erfinder ein durchaus berechtigtes ist?

Denn natürlich ist es immens wichtig, sich einen Plan B für`s erste Date zurechtzulegen, im Falle, das Gegenüber kommt einem komisch vor, man fühlt sich unwohl oder ähnliches.

Hier kann man eigentlich nur auf die althergebrachte Methode verweisen – auf einen Trick, der beim Dating ein Dauerbrenner sein und aktuell immer noch eingesetzt werden dürfte.

Es geht um die gute alte „Hilferuf“-Nachricht an die Freundin, den Freund oder ein Familienmitglied, die man – ganz klassisch – von der Toilette aus absetzt.

Beliebt ist in so einer Situation, mit der betreffenden Person auszumachen, dass er oder sie in den  nächsten Minuten – sobald man wieder zurück am Tisch des Dates ist – anrufen und einen Notfall vortäuschen soll (man solle dringend nochmal ins Büro, zur Familie, zum Kind …usw., usf…) kommen.

Eine solche Aktion lässt einen raschen Rückzug zu – im Falle das Gegenüber ist einem nicht geheuer.

Allerdings geht das Ganze natürlich auch einen Zacken mutiger. Wer sich nicht wohl fühlt bei dem Date, kann durchaus die Ansage machen, dass es nicht passt und sich zurück ziehen.

Und da Dates so gut wie immer (alles andere wäre töricht und gefährlich!) in der Öffentlichkeit stattfinden, dürften diese Varianten, die Verabredung von jetzt auf gleich zu beenden, keinen allzu hohen Gefährlichkeitsgrad darstellen.

Was ich damit sagen will:

Es braucht nicht unbedingt eine Schutz-App auf dem Smartphone fürs erste Date. Bewährte und klassische Maßnahmen helfen durchaus, um aus einer unwohlen Situation unbeschadet herauszukommen.

Wichtig ist wirklich nur eines: dass man diesen Plan B im Vorfeld schon schmiedet und durchgeht.

Zum Einsatz dürfte er allerdings in den wenigsten Fällen kommen – ähnlich dem Schirm, den man einsteckt und dann doch mangels Regen nicht benötigt.

Insofern: egal, ob Plan B oder Schirm: sicher ist sicher!

Bildnachweis: pexels.com

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