wütende Frau

„Rache ist süß“ – das Sprichwort kennt jeder. Und wohl jeder hat schon einmal das triumphierende Gefühl verspürt, wenn man es jemandem heimzahlen konnte. Allerdings handelt es sich dabei meist um Kleinigkeiten, harmlose „Retourkutschen“. Denn wirkliche Rache – machen wir uns nichts vor – gleitet meist ins Kriminelle ab.

Der Gedanke an Rache kommt nach Untreue oft spontan

Daran denken Frauen, die gerade erfahren haben, dass sie betrogen und belogen wurden und auf Rache sinnen, natürlich erst mal nicht. Gerade bei wirklich miesen Fällen – wie das Auffliegen eines Doppellebens, eines jahrelangen Fremdgehens, einer fetten Lüge oder auch, dass der Partner mit einer anderen Frau ein Kind gezeugt hat – wallen Rachegedanken hoch. Ganz normal.

Fast jeder von uns kennt zudem in die Tat umgesetzte Rache-Akte, die meist mit großem medialen Getöse daherkommen.

Von betrogenen Frauen zertrümmerte Autos sind dahingehend schon – wenn auch kriminelle – „Klassiker“.

Aber auch originelle Aktionen, mit denen es Frauen es Fremdgehern heimzahlen, gibt es zuhauf. Erst kürzlich las ich von einer Frau, die auf dem Arbeitsweg ihres Partners IHN per riesigem Werbeplakat hat wissen, lassen, dass sie von seiner Untreue weiß und in diesen Minuten ihre Sachen packt. Derlei Aktionen sind freilich nicht kriminell, allein: sie sind teuer. Auch Spektakuläres kommt ins Spiel, wenn Frauen merken, dass ihr Mann eine Affäre mit einer anderen Frau hat.

Auch extreme Reaktionen aus Rache nicht selten

Es ist noch gar nicht so lange her, da machte ein Fall Schlagzeilen, in dem die Frau das veregessene Handy des Gatten, der frühmorgens auf Dienstreise ging, auf dem heimischen Esstisch fand und dort just an diesem Vormittag eine SMS seiner Geliebten eintrudelte. Diese – so ließ sich seitens der betrogenen Frau nachvollziehen – wartete bereits in einem Hotelzimmer am Ankunftsort auf den Ehegatten.

Eine klassische „Seitensprung/Fremdgeher“-Situation, die auf diese Art allerdings eher weniger auffliegt.

Die Betrogene im geschilderten Fall fackelte nicht lange und verkaufte das gemeinsame Haus, das laut Grundbuch nur ihr gehörte, noch während ihr Mann in der Ferne weilte. Sie fing ein neues Leben an, während der Fremdgeher bei seiner Rückkehr wohl nur verdattert vor dem Haus, in dem nun andere Leute lebten, gestanden haben muss.

Tja. So kanns gehen. Oder auch anders:

Finanzämter, das ist ein offenes Geheimnis, sind große Profiteure von betrogenen Ehefrauen (oder nicht selten auch von verschmähten Geliebten), die vom unrechtmäßigen Treiben des Untreuen wissen und – sobald die Verbindung zerbricht – der staatlichen Behörde ihr Wissen zur Verfügung stellen. Auch das ist Rache. Und sie ist, wie das Beispiel mit dem verkauften Haus, nicht mal kriminell.

Dennoch: „lohnt“ sich Rache, sollte FRAU dahingehend ihre Krallen ausfahren?

Ist der Liebeskummer frisch, sind Rachegedanken normal

Wer gerade frisch vom Liebeskummer betroffen ist, denkt darüber sicher anders als jemand, der die leidvolle Phase des Herzschmerzes hinter sich gebracht hat. Denn mit dem Eintauchen in ein neues Leben – nach einer Trennung oder/und emotionalen Verletzung durch den Exmann – verflüchtigen sich nach und nach auch die Rachegedanken. Wenn sie denn je da gewesen sind.

Denn selbstverständlich verspürt nicht jede Frau, die einen untreuen Mann hatte oder ein Doppelleben aufgedeckt hat, gleich den Wunsch nach Rache.

Allerdings sind es schon nicht wenige Frauen, die nach Vergeltung trachten, auch Leserinnen unseres Magazins hier  und übermitteln uns häufig, dass sie Rachegelüste verspüren.

Was auch ganz verständlich ist, wenn man merkt, dass der Partner einen hintergangen hat. Dass es eine oder mehrere andere Frauen gab oder gibt, er sich vielleicht in der Singlebörse als „zu haben“ darstellt oder gar über Jahre hinweg ein zweites, heimliches Leben mit einer anderen Frau aufgebaut hat. Nicht wenige Frauen, die finanziell sehr gut gestellt sind, mussten zudem die Erfahrung machen, dass es einzig der schnöde Mammon war, auf den ER es abgesehen hatte und heimlich mit einer anderen ins Bett ging. Auch so zerbrechen Träume.

Tipps, wie Gelüste auf Rache im Zaum gehalten werden können

So viele unterschiedliche Situationen es im Dunstkreis der Untreue und der Seitensprünge gibt, so viele individuelle Rache-Aktionen oder –gedanken gibt es.

Ich persönlich möchte hierfür einen Tipp geben – einen Tipp, der mir geholfen hat.

Vor Jahren bin ich ja auch einmal auf einen Typen hereingefallen, der neben mir noch –zig andere Frauen am Start hatte, sich trotz der Beziehung zu mir in der Singlebörse tummelte und eben intensiv parallel andere Singlefrauen datete. Als ich das herausbekam (und sogleich die Trennung von ihm einläutete), hatte ich den größten Liebeskummer meines Lebens.

Die Rachegedanken – das gebe ich ehrlich zu – fraßen sich wie kleine Raupen tagtäglich durch meinen Körper, es verging kein Tag, an dem ich nicht an einem Racheplan bastelte.

Da er eine sehr spezielle Eigenart hatte, mit der ich ihn beruflich und privat mehr als lächerlich hätte machen und bloßstellen können, ersann ich um diese Eigenart herum die tollsten Rachepläne.

Immer und immer wieder spielte ich sie in meinem Kopf durch, vor allem gefiel mir – gedanklich – was sie anrichten würden. Und wie ER dastehen dann würde! Mein Kopfkino nahm die Ausmaße eines Blockbusters an!

Ich sprach diese immer wiederkehrenden Gedanken auch mit Freundinnen durch und gemeinsam malten wir uns aus, wie sehr die Rache ihn treffen, wie sie wirken, würde.

Gedankenkarussell steht irgendwann still

Ich war mit diesen Rachegedanken gut und gerne über ein halbes Jahr beschäftigt. Wann immer ich zur Ruhe kam, nach Feierabend oder abends im Bett, spielten sich im Kopf meine ausgefeilten Rache-Sequenzen ab. Das ging eine ganze Zeit so. Aber irgendwie – ganz schleichend – verlor das Gedankenkarussell nach Monaten an Fahrt. So grotesk es klingt: je mehr ich die Rache „plante“ desto mehr begab ich mich bereits in mein neues Leben. Ohne Rachegedanken. Freilich war mir das zu dem Zeitpunkt damals überhaupt nicht klar, denn es gefiel mir ja noch immer, die Racheversionen detailliert zu schmieden.

Dass dies jedoch schon zu DEM Prozess gehört, der nach der ersten Schockphase des Liebeskummers eintritt – die Rede ist vom Verarbeitungsprozess – war mir überhaupt nicht bewusst. Doch der Weg war der richtige.

Wie mit allen Dingen im Leben, die langweilig werden können, wenn sie wieder und wieder auftauchen, erging es mir mit meinen Rachegedanken.

Erst waren es kleine Wahrnehmungen von mir – Wahrnehmungen, dass ich an manchen Tagen nur wenig oder fast gar nicht an den Racheplan dachte. Manchmal dachte ich nur noch alle paar Tage daran, aber längst nicht mehr in der Intensität wie am Anfang!

Und irgendwann – fast unmerklich – verschwanden die Rachegedanken gänzlich.

Da war ich aber auch schon wieder im Leben „danach“ – also nach dem Liebeskummer – angekommen. Ich gebe zu, das dauerte einige Zeit – aber irgendwann ist eben auch mal wieder Licht am Ende des Tunnels.

Auf Rache besser verzichten!

Die Rachegedanken – davon bin ich fest überzeugt – haben mir geholfen, über meinen Liebeskummer hinwegzukommen. Die Vision, meine Rache vielleicht ja doch in die Tat umzusetzen, hat mich letzten Endes durch die dunkelschwarzen Monate des Herzschmerzes geleitet.

Insofern – Sie ahnen es sicherlich – steht mein Tipp in dieser Angelegenheit felsenfest: verzichten Sie auf ausgeführte Racheakte, belassen Sie es beim Kopfkino! Das aber können sie gern so opulent und gemein gestalten, wie sie mögen!

Denn -auch wenn Sie es vielleicht (noch) nicht glauben wollen- : es wirkt! Früher oder später! Versprochen!

Herzlichst,

Linda-Tabea Vehlen, auf Facebook unter: https://www.facebook.com/lindatabea.vehlen

Bildnachweis: Fotolia, https://de.fotolia.com/id/62402569
Datei: #62402569 | Urheber: Johan Larson

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