Seitensprung ist gefährlichSo man(-n)cher setzt statt auf Seitensprung- oder Fremdgehportale im Web auf die gute alte Kontaktanzeige. Jemanden kennenlernen per Annonce – das ist nie unmodern geworden. Trotz Internet.

Die Kontaktanzeige des Mannes, nebenstehend im Bild, könnte jedoch gefährlich werden. Für den Verfasser, den Fremdgeher.

Wahrscheinlich packen ihn sommerliche Gefühle, die er aber nicht mit der eigenen Partnerin ausleben mag. „Sein Leben auf den Kopf stellen“ möchte er aber auch nicht. Übersetzt heißt das: er mag sich einen kribbelnden Seitensprung, heißen Sex, mit einer anderen Frau gönnen, aber sonst möge bitte alles beim Alten bleiben. Selbst wenn sich eine Single-Frau meldet, sollte die das schon mal wissen. Eine Trennung von der jetzigen Frau und der Familie, die ja ganz bestimmt existiert, ist nicht vorgesehen. Raffiniert getextet, so dass die Message für die Frauen klar ist: „ich verlasse auf keinen Fall meine Frau!“.

Auf die moralische Fragwürdigkeit solcher unverfrorenen Annoncen möchte ich heute nicht näher eingehen. Wer mein Magazin hier kennt, das zum dazugehörigen Fremdgeher- und Lügner-Aufdeckportal www.wen-datet-er-noch.de gehört, weiß, wie ich zu Untreue und Unehrlichkeit seitens der Männerwelt stehe…

Allerdings fiel mir bei dieser Seitensprung-Annonce auf, dass sie für den Mann, der sie aufgegeben hat, relativ schnell nach hinten losgehen kann. Dadurch, dass er eine Telefon-Nummer mit angegeben hat, sogar ziemlich schnell! In weiser Voraussicht hat er es wahrscheinlich selbst schon erkannt, denn er schreibt in der Überschrift „Seitensprung ist gefährlich!“. Wie originell…. Vielleicht ist er sich gar nicht bewusst, wie schnell seine Headline ihn Kopf und Kragen kosten kann?

Warum?

Nun – es gibt unzählige misstrauische Frauen, die vermuten, dass ihr Partner der Untreue, den Seitensprüngen, kurzum: anderen Frauen nicht abgeneigt ist.

Hätte ich einen Mann an meiner Seite, der jedem Rockzipfel hinterher schaut und bei dem mir die klassischen Signale (er kommt spät heim, versteckt sein Handy, bekommt zu unmöglichen Zeiten SMS und klappt sein Laptop zu, wenn ich ins Zimmer komme…) auffallen, dann wüsste ich, was ich täte…

Der Versuch wäre es mir zumindest wert, zu schauen, ob MEIN männliches Gegenstück es ist, das sich via Annonce im Kontaktanzeigen-Teil der regionalen Zeitung einen Seitensprung organisieren möchte.

Ich würde eine Bekannte (nicht unbedingt die beste Freundin, die bei mir ein- und ausgeht, aber doch jemanden, der die Stimme meines Partners kennt) bitten, unter der angegebenen Nummer anzurufen (…wird ein Prepaid-Handy sein, was er sich eigens zum fremdgehen zugelegt hat).

Tja, mehr braucht man dazu nicht zu sagen. Entweder er ist es oder eben nicht, Versuch macht ja bekanntlich klug…

Die Variante hat zwar einiges mit einem Lotterie-Spiel gemein, aber lesen wir nicht jeden Tag (auch in unseren regionalen Blättern), dass Leute in der Region Millionenbeträge gewonnen haben? ! Ebenso kann ein „Test-Telefonat“ hier einen Volltreffer ergeben…

Kann natürlich auch sein, dass der Inserierende unbehelligt bleibt und seinem Fremdgehen ungehemmt frönen kann. Vielleicht hat er ja eine total ahnungslose Frau, die nicht im Traum darauf kommt, dass ihr Partner sie betrügen könnte. Oftmals – das ist bekannt – können sich untreue Männer seeeehr gut verstellen! Obacht also!

Im ungünstigsten Fall jedoch ereilt den Verfasser das, was Udo Jürgens – mit einem Augenzwinkern allerdings – in einem Lied besang. „Willst Du gern einmal nach Paris?“. fragte er musikalisch.

Das Lied handelt davon, dass er – ähnlich wie der Mann in der nebenstehenden Kontaktanzeige – ein Inserat aufgibt und eine Affäre sucht. Als es zum Treffen kommt, steht da seine eigene Frau…

Das wäre im Übrigen noch der „Gag“ dabei, dass, wenn eine Frau mittels Freundin diesem Fremdgänger hier auf die Schliche kommt, das Spiel ein wenig mitspielt und dann in persona zum Treffpunkt kommt. Das wird ER sicher zeitlebens nicht vergessen!

Insofern wünsche ich dem Verfasser auch kein Glück bei seinem Unterfangen. Soll er entweder seine Beziehung hinterfragen oder Manns genug sein, sich einer Trennung zu stellen. Aber Fremdgehen – ich muss es doch noch mal loswerden – das geht gar nicht!

Herzlichst,

Linda-Tabea Vehlen, auf Facebook unter https://www.facebook.com/lindatabea.vehlen

Bildnachweis: Scan, erschienen in der LVZ, 28./29. Juni 2014

 

 

 

 

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