Verlieben, ohne dass es kribbelt? „Zweckbeziehungen“ können halten, fördern aber häufig Untreue…

Aufregende Machotypen ohne Ende, attraktiv noch dazu und immer mit himmelhoch jauchzender Leidenschaft garniert….

Wenn ich mir das Liebesleben meiner Freundin in den letzten zwei Jahren ansehe, dann bestand dieses aus einem bunten Reigen von Männern der Kategorie „Latin Lover“.

Männer, bei denen es, laut Aussage meiner Freundin, so richtig „kribbelt“.

Das heißt im Klartext:

zittrige Hände und / oder Beine, wenn er anruft und eine Achterbahn in Kopf und Magen vor jedem Treffen.

Alles vor Aufregung und Leidenschaft oder auch aufregender Leidenschaft. Denn das Zusammensein mit dieser Art Mann ist nicht nur einfach ein Zusammensein, es ist der pure Wahnsinn. So jedenfalls beschrieb mir meine Freundin die Treffen (und die Nächte) mit den jeweiligen Männern.

Allerdings entpuppte sich so ziemlich jeder dieser Kandidaten in kürzester Zeit als „Bad Boy“, als böser Junger, der weder an einer ernsten Beziehung noch an Treue ein ernsthaftes Interesse hatte.

Das Miteinander verfing sich deshalb auch in einem ewigen „Ping-Pong-Rhythmus“ – ständiges Warten auf seinen Anruf inklusive. Wenn er dann anläutete – typisch für diese Kategorie Mann – dann zu ziemlich skurrilen Zeiten, meist abends nach zehn. Mit ziemlich eindeutigen Absichten. MANN wollte mal eben vorbeikommen. Wozu wohl!?

Leider fiel meine Freundin immer drauf rein, sowohl bei Mann Nr. 1 als auch bei Mann Nr. 4, bei dem sie irgendwann, zwei Jahre waren fast vergangen, angekommen war.

Vom Verstand her wusste sie immer, dass das alles nichts werden kann, aber: es kribbelte. Ganz gewaltig sogar.

Den emotionalen Kater am Morgen „danach“ nahm sie immer wieder in Kauf. Und schöpfte auch stets Hoffnung, dass der jeweilige Herr sich doch noch besinnen und sich zu einer ernsthaften Beziehung mit ihr bekennen möge. Nützte alles nichts – mit dem Morgengrauen grüßte auch immer wieder die Realität. In der der jeweils angehimmelte Typ an allem interessiert war, nur nicht an einer festen Partnerschaft mit IHR.

Und natürlich traf er sich ungehemmt auch mit anderen Frauen, konnte jederzeit sicher sein, sich per Telefonbuch-Scrollen im Handy einen aufregenden Abend mit einer Frau zu verschaffen.

Eine Endlosschleife, in denen sich verliebte Frauenherzen, die zudem auch das gewisse „Kribbeln“ unbedingt brauchen, gern verfangen. Mit dem immer gleichen Ausgang: es führt zu nichts, außer zu Liebeskummer.

Irgendwann aber – immerhin ist meine Freundin ziemlich intelligent – zog sie die Notbremse, wollte nicht mehr spontan auf Abruf verfügbar sein und zudem noch seine permanente Untreue, die ihr mehr und mehr zu schaffen machte, spüren.

Immerhin suchte sie eine wirklich feste Beziehung und vergeudete auf diese Art und Weise nur ihre Zeit.

Nach dieser Einsicht und schlimmen Liebeskummer, der sie trotz allem ereilte (es war ja immer soooo leidenschaftlich mit ihm…), lernte sie irgendwann ihren jetzigen Freund kennen.

Ein äußerst attraktiver Mann, stets um sie bemüht, erfolgreich, warmherzig, intelligent – und beziehungsinteressiert!

Meine Freundin konnte es kaum fassen und ließ sich nur zu gern auf ihn ein.

Seit nunmehr vielen Wochen treffen sich die beiden, gehen aus, kochen zusammen, verbringen unendlich viele Abende nur mit Erzählen…Der „Neue“ ist interessiert, verwöhnt gern und selbst das Liebesleben ist schön wie selten.

Via Telefon war ich stets auf dem Laufenden, was die Beziehung meiner Freundin betraf und freute mich sehr für sie.

Dann – urplötzlich – vor wenigen Tagen ihr Geständnis:

so super wie auch alles ist mit dem neuen Freund, eines fehlt ihr: das Kribbeln. Wenn er anruft, ist es schön, aber sie ist lange nicht so elektrisiert wie einst bei den „Bad Boys“.

Schlimmer noch: verbringt er spontan doch mal den einen oder anderen Abend mit seinen Freunden, ist sie fast schon erleichtert, ihn nicht sehen zu müssen. Und – ganz schlimm – : als sie kürzlich in der Stadt ihren letzten „Bad Boy“ zufällig wiedersah, drehten die Schmetterlinge in ihrem Magen voll auf und ihre Knie wurden weich. Etwas, was bei ihrem jetzigen Freund noch nie passiert ist…

Sie erzählte mir das alles ein wenig kleinlaut, kann das selbst nicht so fassen, eben weil sonst alles – aber auch wirklich alles – stimmte. Bei ihrem Neuen.

Auch ich war sprachlos und wir unterhielten uns lange darüber, ob sich ein leidenschaftliches Prickeln, Kribbeln, die Schmetterlinge im Bauch oder wie auch immer man das Knie weichmachende Gefühl nennen soll, vielleicht später noch einstellen kann.

Bisher war es bei meiner Freundin so, dass sie über kurz oder lang jede Bekanntschaft oder Kennenlernphase beendete, wenn die Schmetterlinge nicht flogen. Und genau das sieht sie in der jetzigen Beziehung  wieder kommen…Obwohl sie, wie sie sagte, mit dem aktuellen Mann „seelenverwandt“ wäre. „Fast wie Bruder und Schwester“ – so ihre Einschätzung.

Leidenschaft klingt allerdings anders…!

Und genau da liegt der Punkt. Natürlich kann man eine Beziehung ohne die berühmten „Schmetterlinge im Bauch“ eingehen und auch führen. Viele Paare leben so und nicht anders. Als Zweckgemeinschaft, weil es sich so ergeben hat, weil es schon „irgendwie“ passt und, und, und…Gründe, warum sich Menschen ohne Leidenschaft zusammen tun, gibt es viele.

Oft sind aber genau das die Gründe, warum früher oder später einer von beiden – oder gar beide – fremdgeht oder fremdgehen, man ausbricht aus der Beziehung und die Untreue ihre Chance bekommt.

Einfach weil das Ganze sich nicht wirklich wie eine richtige, echte Liebe anfühlt.

Denn die kommt niemals aus ohne das anfängliche Kribbeln im Bauch, weiche Knie, Leidenschaft…. Zwar verflüchtigen sich derlei Symptome nach geraumer Beziehungszeit, aber einen Kaltstart ganz ohne sie hinlegen? Besser nicht! Das gebietet auch die Fairness und der Respekt dem (potentiellen) Partner gegenüber – der wahrscheinlich ehrlich und mit Haut und Haaren verliebt ist!

Es soll Ausnahmen geben – okay – aber im Großen und Ganzen gilt: entweder gleich oder gar nicht! Schmetterlinge im Bauch pflegen nicht verspätet zu starten!

Herzlichst,

Linda-Tabea Vehlen auf Facebook unter http://www.facebook.com/home.php#!/lindatabea.vehlen

Bildnachweis: Fotolia, #42445104 © Carina Hansen

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