Frau auf Straße in Stadt

„Liebe macht blind“ – so abgedroschen, so richtig. Leider. Vor allem kann man diesen althergebrachten Spruch stets einsetzen, wenn es um Romance-Scammer geht. Jene Männer, die im Internet immer wieder Geld von Frauen erhalten, denen sie virtuell die große Liebe vorgaukeln.

Obwohl seit Jahren vor Romance-Scammern gewarnt wird – durch die Polizei und auch durch spezielle Internet-Portale – fallen in regelmäßigen Abständen Frauen auf diese Betrüger herein.

Frau verlor kürzlich Tausende Euros an Romance-Scammer

So ereignete sich auch kürzlich wieder ein Fall, von dem die BILD auf ihrem Online-Portal am 10. April 2019 berichtete. Im rheinland-pfälzischen Landstuhl traf eine 48jährige Frau in einer Partnerbörse auf einen Mann, in den sie sich online verliebte. Als die Frage nach Geld kam, scheint sie nicht stutzig geworden zu sein, denn sie überwies ihm über einen unkomplizierten Geld-Transfer-Dienst mal eben 17.000 Euro. Laut BILD-Angaben soll es das komplette Vermögen der Frau gewesen sein. Das Blatt berichtet zudem, dass Freunde die Frau warnten, doch sie hörte nicht auf sie.

Es verwundert, dass es diese Fälle immer und immer wieder gibt! Und – wie in dem erwähnten Fall – viele Frauen, die auf solche Romance-Scammer hereinfallen, doch meist noch ziemlich jung sind. Es gibt ja auch Fälle, in denen Seniorinnen abgezockt werden. Hier kann man das oft noch ein Stück weit verstehen, weil bei vielen Frauen im Rentenalter die Einsamkeit hoch und das Wissen über Romance Scammer nicht unbedingt verbreitet ist.

Erst kürzlich hörte ich im Bekanntenkreis davon, dass die über 70jährige Mutter eines Kumpels in Kontakt mit einem „Mann aus dem Internet“ steht, der wohl davon faselt, beim Militär und Inhaber eines bald eintreffenden Vermögens zu sein. Auch hier hörte ich von Warnungen an die Frau. Nur: sie schlägt diese in den Wind, schickt immer mal Geld und kann sich offenbar nicht vorstellen, dass am anderen Ende der digitalen Leitung eiskalte Betrüger sitzen. Aber genau so ist es.

Romance-Scammer sitzen zumeist in der Ferne

Wer je eine Reportage über die Romance-Scammer gesehen hat, weiß, wie diese agieren. Zumeist sitzen sie in afrikanischen Ländern, in Zelten, mit einem Laptop auf dem Schoß. Ihr „Job“ ist es, den lieben langen Tag Frauen im Internet aufzugabeln, die sich auf sie einlassen. Damit das rasch gelingt, bedienen sie sich zu allermeist gestohlenen Fotos von gutaussehenden Männern aus dem Internet und gaukeln den jeweiligen Frauen vor, der Mann auf dem Bild zu sein. Offenbar haben sie noch viel zu oft Erfolg damit, wie die ständigen Berichte über die Liebes-Abzocke zeigen.

Deshalb gilt: wer immer auch in seinem Umfeld mitbekommt, dass ältere Tanten, Großmütter oder Freundinnen der Mutter (oder sogar die eigene Mutter selbst) mit Männern in Kontakt sind, die nur online agieren und sich niemals auf ein Treffen einlassen, sollte schnellstens Aufklärung betreiben. Auch wenn viele Frauen freilich stur sind und sich ihre „große Liebe“ nicht nehmen lassen sollten – ein Versuch ist es wert.

Argumente helfen Betroffenen (vielleicht) weiter

Bei einer Diskussion, die sich in Sachen der Romance-Scammer entspinnen könnte, sollte man mit Frauen, die in Kontakt mit dubiosen Internet-Kontakten sind, immer folgende Argumente ins Feld führen:

  • bist Du sicher, dass Du mit diesem gutaussehenden Typ auf dem Bild schreibst?
  • Warum ruft dieser Mann nie an oder trifft sich mit Dir und chattet/mailt nur?
  • Wie kann es sein, dass dieser im Leben stehende Mann ständig Geldprobleme hat?

Wer Einblick in den Chatverkehr mit Romance-Scammern hat (zum Beispiel, wenn die eigene Mutter in Verbindung mit so einem Mann steht), sollte stets auf Ungereimtheiten, die sich Nicht-Verliebten freilich sofort offenbaren dürften, hinweisen.

Zudem sei angemerkt, dass einige Romance-Scammer tatsächlich schon so weit gehen und auch anrufen. Da dies meist von dubiosen Auslands-Nummern aus geschieht, sollte man auf diesen Umstand unbedingt hinweisen und versuchen, die jeweilige Frau davon zu überzeugen, dass sie allerhöchstwahrscheinlich einem Betrüger aufgesessen ist. Es lohnt sich außerdem, darauf zu achten, ob der Angebetete jederzeit anrufbar ist (ist er meist nicht) und die betroffene Frau darauf hinzuweisen.

Lohnenswert ist es auch, solchen Frauen die vielen Erfahrungsberichte von Frauen mit Romance-Scammern oder/und Medienberichte über diese Betrüger oder Polizei-Warnungen zu zeigen.

Nicht jede Verliebte lässt sich vom Agieren der Romance-Scammer überzeugen

Wer dann immer noch meint, mit der großen Liebe in Kontakt zu sein, der muss in sein (finanzielles) Unglück laufen, man kann leider nicht jeden Mitmenschen vor einer Dummheit bewahren.

Tragisch ist es nur, dass FRAU hinterher aus dem Schaden klug ist und dann nicht nur finanziell Schiffbruch erlitten, sondern sich auch einen großen Brocken Herzeleid zugezogen hat. Alles Dinge, die kein Mensch braucht.

Aber manchmal geht es eben nicht anders, um zu fühlen, statt zu hören.

Auch im Fall der betrogenen Frau aus Landstuhl, verhehlte die BILD nicht, welches Attribut man weiblichen Zeitgenossen mit der rosaroten Brille dann durchaus schon mal verpassen darf. Ziat:

Liebe macht blind. Und manchmal auch blöd …“

In diesem Sinne: haben Sie ruhig ein Auge auf einsame Herzen in ihrer Verwandtschaft oder in ihrem Umfeld! Vor dem Schaden klug sein hat sich noch immer gelohnt!

Hilfreich und immer mit den neuesten Infos bestückt ist in Sachen Romance-Scammer auch diese Facebook-Seite.

Bildnachweis (Sxymbolbild): pexels.com

 

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