Frau am Fenster

Es ist aus! Der Partner hat sich getrennt, weil er eine Neue hat. Oder Sie haben den Schlussstrich gezogen, weil Sie seiner ewigen Untreue leid sind. Oder aber ein Dating-Kandidat aus der Singlebörse hat sich als frivoler Paralleldater erwiesen, der statt auf die große Liebe nur auf Bettabenteuer aus war. Ganz gleich, was den Liebeskummer auslöst: ist er einmal da, geht er so schnell nicht wieder weg. Frauen versuchen deshalb auch auf verschiedene Art und Weise, damit umzugehen.

Mal eben zu verreisen, ist eine Variante, im fiesen Herzschmerz Ablenkung zu bekommen. Das ist einerseits eine prima Idee, andererseits aber ist Vorsicht geboten. Denn: Bei Liebeskummer verreisen, tut nicht jeder Frau gut.

Bei Liebeskummer: „man nimmt sich immer mit“

„Man nimmt sich immer mit“ – diesen Spruch hörte ich einst in einer großen Kummer-Situation von einem guten Freund. Er sagte ihn, bevor ich zu einem Kurztrip mit einer Freundin aufbrach. Zunächst konnte ich so gar nichts mit diesen Worten anfangen, doch rasch stellte sich heraus, was er meinte.

Sehr rasch sogar…

Ich erinnere mich noch, wie ich meiner Freundin damals nach einem Liebes-Aus mit einem untreuen Typen die Ohren volljammerte. Die Verbindung mit dem besagten Mann war schon in der sehr intensiven Kennenlernphase angekommen, als ich dahinterkam, dass er heimlich andere Frauen datete. Mein Liebeskummer war riesig!

Und in dieser Situation schlug meine Freundin einen Kurztrip nach Bad Saarow vor. Das gepflegte Städtchen vor den Toren Berlins wartet mit einigen schönen Hotels und Unterkünften auf und so ging ich auf den Vorschlag ein. Zumal meine Freundin eine sehr charmante kleine Villa als Übernachtungsstätte ausgewählt hat und ich auch hoffte, durch das schöne Umfeld ein wenig zur Ruhe zu kommen.

Innere Unruhe und Gedankenkarussell

An einem sonnigen Freitagnachmittag – es war ein warmer Frühlingstag – starteten wir mit ihrem Cabrio. Katja, so der Name meiner Freundin, war bester Laune. Ich dagegen hing auf dem Beifahrersitz, wie ein warmer Schluck Wasser. Innerlich war ich total unruhig und die Gedanken an den Mann, in den ich so viele Hoffnung gesetzt hatte, kreisten unaufhörlich.

Für die schöne Landschaft und das Cabrio-Feeling hatte ich gar keinen Sinn. Am Zielort angekommen, checkten wir ein und bummelten durch das schöne Örtchen. Wir ließen uns in einem Café nieder und Katja widmete sich inbrünstig dem „Leute gucken“. Ich dagegen verspürte rasenden Liebeskummer. Immer wieder wanderten meine Gedanken zu Klaus – so hieß der besagte Mann, der mich hintergangen hatte.

Hinzu kam eine innere, körperliche Unruhe, die gar kein Ruhegefühl in mir aufkommen ließ. Das pralle Leben bot sich mir dar wie durch einen Schleier. Ich nahm die Umgebung und die Leute zwar wahr, aber irgendwie wie in Trance.

Das änderte sich auch abends nicht, als wir zu Bett gingen. Ich war niedergeschlagen, innerlich verwzeifelt und der Liebskummer brannte unerbittlich in mir. Schlaf fand ich kaum und war deshalb am nächsten Morgen wie gerädert.

Während meine Freundin den Tag beim Frühstück mit bester Laune startete, war ich innerlich wie tot, der Kummer nagte und die Leute und das Leben um mich herum, nahm ich nur wie durch Watte wahr. Ich bereute, diesem Kurztrip zugestimmt zu haben. Sehr!

Aufmunterung zwecklos

Dass meine Freundin später auf die Idee kam, nach Berlin weiterzufahren und dort noch eine gemeinsame Freundin zu treffen, machte die Sache nicht besser. Zumal auch die andere gemeinsame Freundin, als wir in der Hauptstadt ankamen, bestens gelaunt war.

Klar – sie beide wollten mich aufmuntern. Aber es war zwecklos. Ich war nur ein Schatten meiner selbst, all das an sich positive um mich herum erreichte mich nicht. Ich nahm den warmen Sonnenschein, den herrlichen Gendarmenmarkt, die flirrende Stimmung – schon voll in Vorfreude auf den Sommer – nicht wirklich wahr. Dumpf donnerte der Liebeskummer in mir. Es machte keinen Spaß.

Insofern kann ich allen Frauen, die von Herzschmerz geplagt sind, nur raten, tief in sich zu gehen, wenn sie in Erwägung zieht, mit Liebskummer zu verreisen oder zu einem Kurztrip aufzubrechen.

Verreisen bei Liebeskummer: nicht für jede Frau geeignet!

„Man nimmt sich immer mit“ – der Spruch stimmt und seit diesem schlimmen Wochenende weiß ich auch ganz genau, was damit gemeint ist. Es wäre nicht auszudenken gewesen, wenn ich womöglich eine teure Reise ins Ausland gebucht hätte! Um es ganz klar zu sagen: bei schwerem Liebeskummer macht es eigentlich keinen Unterschied, ob Sie daheim auf dem Sofa leiden oder in Rom. Nur, dass letztere Hotspot mit diversen Kosten verbunden sind, die rausgeschmissenes Geld sind, wenn der Liebeskummer in einem brennt. Wenn man weiß, dass man der Liebeskummer-Typ ist, der in so einer Situation eher gar nichts machen und den Schmerz „laufen lassen“möchte, sollte man keinesfalls eine Reise oder einen Kurztrip antreten!

Im übrigen auch nicht umziehen! Warum das eine ebenso schlechte Idee ist, lesen Sie hier.

Insofern: kurieren Sie Ihren Liebeskummer ruhig zuhause aus. Verreisen können Sie – wenn alles überstanden ist – immer noch!

Bildnachweis: pexels.com

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