Frau mit roter Brille

„Der betrügt sie doch ständig“, „Wahrscheinlich hat er wieder mal irgendwo ´ne Geliebte“…Gar nicht so selten, dass über bestimmte Frauen in deren Umfeld so geredet wird. Auch lesen wir fast wöchentlich in der Presse von irgendwelchen (Promi-)Männern, die ihre Frauen betrügen. Oder sie über längere Zeit in der Vergangenheit betrogen haben. Es gibt nicht wenige Frauen, die schon lange wissen, dass ihr Partner immer mal wieder fremdgeht. Nur: wie lebt es sich mit einem untreuen Mann, einem Partner an der Seite? Einem, der sich Seitensprünge außerhalb der Beziehung einfach so rausnimmt? Von außen reagiert man ja naturgemäß erst mal mit Unverständnis, dass eine Frau sowas überhaupt mitmacht.

Meine verschiedenen Gespräche mit betroffenen Frauen ergaben ein recht vielfältiges Spektrum an Gründen, warum diese mit einem Fremdgeher zusammen bleiben.

„Mit einem untreuen Partner leben“ – diese Frage stellen sich viele Frauen

An vorderster Stelle rangiert natürlich, gerade bei länger verheirateten Ehepaaren, der Grund des Materiellen. Des Geldes und der Werte, die man sich zusammen geschaffen hat. Viele Frauen, die wegen der Kinder etliche Jahre daheim geblieben sind und mittlerweile das Alter 45 plus erreicht haben, sehen sich mit einer gewissen Chancenlosigkeit konfrontiert, was ihr Leben nach einer etwaigen Trennung anbetrifft.

Gerade in unserer heutigen Arbeitswelt, die mobil, rasant wachsend und flexibel wie nie ist, ist der Wiedereinstieg von Frauen im mittleren Alter, die lange raus sind, kaum möglich.

Für viele Frauen ist es deshalb eine Horrorvorstellung, nach einer Trennung allein auf sich gestellt zu sein. Regale auf 400,00 ?-Basis einräumen, in einer beengten 2-Zimmer-Wohnung – womöglich noch in einem nicht so guten Viertel – leben, sich stets und ständig einschränken zu müssen. Nicht wenige nehmen deshalb den emotionalen Schmerz und die Demütigung untreuer Ehemänner auf sich, um in ihrem gewohnten Umfeld bleiben zu können.

Viele leiden stumm vor sich hin, haben sich sozusagen in ihr Schicksal ergeben.

Man kann darüber den Kopf schütteln oder nicht – am Ende müssen die betroffenen Frauen selbst abwägen, ob ihre Schmerzgrenze erreicht ist und sie bereit sind, die Trennung zu wagen. Für so manche ist irgendwann Schluss und sie wagen trotz allem den Neuanfang.

Affären und Fremdgehen sind nur schwer erträglich

Ein abgesichertes Leben hin, ein etwaiger Abstieg her – mit einem Mann zusammen zu sein, der ständig Affären oder längst eine Dauergeliebte hat, ist nur schwer zu ertragen.

Anders verhält es sich bei gewissen Frohnaturen unter den betroffenen Frauen, die seine Untreue ein Stück weit pragmatisch sehen.

Auch diese haben zumeist große Bedenken, bei einer Trennung sozial abzusteigen und ziehen bewusst die komfortablere Seite des Lebens vor. Den fremdgehenden Mann nehmen sie bewusst in Kauf. Oftmals tut es nicht mal mehr weh, denn wenn vielleicht schon seit Jahren kein Liebesleben mehr existiert, man wie Bruder und Schwester nebeneinander her lebt und es sich jeder schon in seinem eigenen Leben bequem gemacht hat, dann ist natürlich der Level des Leidens definitiv niedriger, bzw. gar nicht mehr vorhanden. Man lebt sozusagen in einer WG.

Ein Stück weit ist diese Variante nachzuvollziehen. Frei nach dem Motto „leben und leben lassen“.

Eher weniger nachvollziehbar ist es für Außenstehende, wenn jüngere Frauen, ohne Kind und Kegel, bei einem Fremdgänger bleiben. Man könnte bei vielen schnell mit dem Argument bei der Hand sein, dass „die wohl noch so naiv sind und glauben, dass er sich ändert“.

In der Realität ist es zwar tatsächlich oft so, dass die Hoffnung, er möge doch die Seitensprünge lassen, in der Tat da ist, aber es in erster Linie tiefe Gefühle sind, die die Frauen bei solchen Männertypen ausharren lassen.

Wir wissen alle, dass man nicht steuern kann, in wen man sich verliebt. Und dass man sich auch emotional zu Männern, die vielleicht nicht nur gute Eigenschaften haben, hingezogen fühlen kann, ist hinlänglich bekannt. Ein Absprung fällt da sicher schwer.

Allerdings sollte der eigene Stolz immer, IMMER, über der Demütigung des Betrogenwerdens stehen!

Trennung meist mit großem Liebeskummer verbunden

Auch wenn für betroffene Frauen eine Trennung erst einmal lange Zeit mit wahnsinnigem Liebeskummer verbunden ist, FRAU selbst sollte es sich doch wert sein, mit einem Mann zusammen zu sein, für den Sie die absolute Nummer 1 ist.

Das gilt auch für Schwangere, die von ihrem Partner betrogen werden. Man glaubt gar nicht, wie häufig das vorkommt. Auch mit diesen betroffenen Frauen habe ich Gespräche geführt. Hier ist die Hemmschwelle, sich nach einem Seitensprung, nach dem Betrug des Mannes zu trennen, besonders groß.

Zu umfassend sind die kommenden Veränderungen. Zum einen die, dass bald ein neuer kleiner Erdenbürger – dessen Erzeuger ja nun mal der Fremdgänger ist – da sein wird, zum anderen kommen gerade bei Familienzuwachs materielle Sorgen und Ängste hinzu.

Ganz zu schweigen von dem emotionalen Stress, dem sich eine Schwangere aussetzt, die neben den anstrengenden 9 Monaten auch noch eine Trennung durchzieht.

Doch auch hier – gerade hier! – gilt: unter diesen Umständen hat eine Beziehung keine Basis. Ein Mann der seine schwangere Frau betrügt, ist – mit Verlaub – unterste Schublade. Das wird garantiert nicht besser! Auch später nicht. Hier sollten Betroffene alle – wirklich alle ! – Register ziehen und jede nur erdenkliche Hilfe aus der Familie und von Freunden annehmen und noch vor der Geburt des kleinen Erdenbürgers für klare Verhältnisse sorgen. Notfalls auch die Entscheidung treffen, es alleine anzugehen.

Die eigene Entschlossenheit zählt!

Hat man sich zu diesem Schritt entschlossen, kann man sich meist besser auf die Geburt und später auf die Erziehung des Kindes konzentrieren, als in einer Partnerschaft, in der man immer wieder bibbern muss, ob ER vielleicht gerade wieder was mit einer anderen Frau anfängt.

Und – ganz ehrlich – in unserm Lande gibt es genügend Unterstützungsmaßnahmen für werdende und junge Muttis.

Ausreichend genug, um allein mit einem kleinen Baby vernünftig leben zu können. Und unter „vernünftig leben“ verstehen sicher die meisten nicht, an der Seite eines untreuen Mannes zu leben.

Deshalb wird eine Entscheidung GEGEN einen Fremdgänger immer die richtige sein. Egal, wie schwierig die Umstände zunächst auch sind.

Als Belohnung wartet was Schönes: ein selbstbestimmtes Leben mit der Option auf DEN Richtigen!

Für den es selbstverständlich ist, dass seine Partnerin die Nr. 1 ist!

Herzlichst,

Linda-Tabea Vehlen

Bildnachweis: pexels.com

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