Nachdenkliche junge schne FrauEs gibt wohl kein fieseres Gefühl in Sachen Zwischenmenschlichkeit, als das des betrogen oder belogen werdens.

Millionenfach aber kommen Frauen – oft von jetzt auf gleich – mit dieser ungeliebten Emotion in Berührung. Sei es, weil sie eine komische Entdeckung an ihrem Partner gemacht haben (der gute alte Lippenstift am Kragen oder ein anderes Parfüm) oder durch äußere Umstände an die Information gekommen sind, dass beim Partner in Sachen Ehrlichkeit etwas nicht stimmt.

In langen Beziehungen – das zeigt die Erfahrung – ist es nicht selten der Zufall, der Seitensprünge & Co. ans Tageslicht befördert. Oder oft auch ein Hinweis aus dem Freundinnenkreis der Frau. Partnerinnen, die länger schon eine ungute Ahnung haben, verschaffen sich Gewissheit auf eigene Faust, sei es mit Recherche á la „selbst ist die Frau“, Serviceportalen wie www.wen-datet-er-noch.de oder mit Hilfe eines Detektivs.

Damit handeln sie im Übrigen nicht anders, als viele Frauen, die in Verbindung zu einem erst neu kennengelernten Mann – von dem sie denken, dass er ihr was verheimlicht – stehen.

Egal, wie die Beziehungskonstellation ist – langjährige Ehe oder erweiterte Kennenlernphase -: kommen ungewöhnliche Verhaltensweisen des jeweiligen Mannes und das ungute Bauchgefühl der Frau zusammen, ist meist der Bedarf nach Gewissheit die logische Konsequenz.

Hier wird es dann nicht selten kompliziert. Denn nicht nur Frauen, die vermuten, dass ihr Mann oder Freund fremdgeht, lügt oder sich gar eine parallele Beziehung aufgebaut hat, sind sich unsicher, ob sie richtig reagieren, wenn sie sich vornehmen, der Sache auf den Grund zu gehen. Nein – oft verstärken Faktoren von außen diese Zweifel noch.

„Sich Gewissheit verschaffen zu wollen“ kommt digital meist nicht gut an

Ein Blick ins Internet genügt: obgleich es weltweit täglich Millionen digitale Klagerufe zum Thema „Untreue“ (meist gepostet von Frauen) gibt, kann man schon darauf warten, dass viele dieser Frauen mit einem medialen Shitstorm überzogen werden.

Während die reine Information, dass der eigene Partner wahrscheinlich untreu ist und man sich darüber Gedanken macht, relativ folgenlos bleibt, prasselt auf Frauen, die zu dieser Info noch das Vorhaben, dass sie der Sache auf den Grund gehen – also nachforschen – wollen, oftmals eine regelrechte, digitale Hetzjagd ein.

Häufig werden abstruse Argumente dagegen genannt, am meisten aber – so scheint es – möchte man auf gehässige Weise der Frau zusetzen. Weibliche Solidarität sucht man hier meist vergebens.

Man könnte zudem den Eindruck gewinnen, dass Untreue zwar nicht gebilligt wird, aber die Absicht, diese – auf welche Art und Weise auch immer – aufzudecken, schwerer wiegt.

Selbst im unmittelbaren Freundes- oder Bekanntenkreis betroffener Frauen, ist dieses Thema längst nicht immer wohlwollend besetzt. Die meisten besten Freundinnen sehen das zwar häufig ebenso und raten dazu, der Sache auf den Grund zu gehen. Aber wer sich vielleicht einer Kollegin oder Bekannten, mit der ein gutes Verhältnis besteht, anvertraut, muss schon damit rechnen, die empörte Frage „waaas – Du willst ihm nachspionieren, sowas macht man nicht!“ hingeschleudert zu bekommen.

Obwohl – wie oben erwähnt – Seitensprünge und heimliches Flirten oder Treffen mit anderen Frauen für die meisten weiblichen Zeitgenossinnen ein NO GO sind, stehen viele Damen aber dennoch der Variante, dem Ganzen auf den Grund gehen zu wollen, skeptisch gegenüber.

Allerdings muss man dazu sagen, dass eine solche Meinung meist nur dann besteht, wenn die Frauen, die sich so äußern, nicht selbst schon einmal in der Situation waren, in der sie davon ausgehen mussten, belogen oder betrogen zu werden.

Natürlich lässt sich dann über jemanden, der vielleicht mit einer ungewöhnlichen Methode dem untreuen Mann auf die Spur kommen möchte, leicht die Nase rümpfen.

Derlei Meinungen – das ist ganz klar – verunsichern Frauen, die spüren, dass sich in der Beziehung zu ihrem Partner etwas verändert hat. Dass wahrscheinliche eine andere Frau im Spiel ist oder er sich heimlichen Kontakten im Internet, womöglich noch in einer Singlebörse, widmet.

Deshalb sollte eines ganz klar sein: wird Untreue bei einem (Ehe)Partner vermutet oder deuten sich bei einem Mann, den man noch nicht so lange kennt, Ungereimtheiten an, dann ist es schon nicht verkehrt, Meinungen von Freunden oder anderen Vertrauenspersonen einzuholen. Ganz klar.

Aber die endgültige Entscheidung (die Situation akzeptieren oder der Sache nachzugehen) – die kann nur die betroffene Frau alleine fällen.

Denn sie ist es, die in stillen Stunden, in denen die vermutete Untreue wie ein unsichtbares Damokle-Schwert über allem schwebt, mit ihren Gefühlen klar kommen und vielleicht auch ein fieses Kopfkino aushalten muss.

Die die Dinge klar sieht, wenn ER am Telefon Bescheid gibt, dass es im Betrieb später wird, sie dort aber, eine Stunde später, keinen mehr – schon gar nicht ihn – erreicht. Oder – im Falle es handelt sich um einen neu kennengelernten Mann vom Online-Dating – fast ohnmächtig ertragen muss, dass er, der doch vorgab, sich von der Singlebörse abgemeldet zu haben, auf einmal wieder online ist.  Währenddessen er ein gemeinsames Treffen mit dem Hinweis, zum Sport gehen zu wollen, verschoben hat.

All diese Dinge sind es, die in Frauen ein blödes Bauchgefühl verursachen.

Auch wenn sie längst nicht nur so, wie in den genannten Situationen, auftreten müssen. Denn: manch ein Mann entschuldigt sich weder wegen Überstunden, noch sieht man ihn online in der Singlebörse – und doch ist da was, was nicht stimmt!

Frauen, die das schon einmal erlebt haben oder vielleicht gerade durchmachen müssen, werden wissen, was gemeint ist.

Egal, wie sich die Umstände darstellen: funkt das Bauchgefühl negative Signale, gibt es meist – oder eigentlich immer! – auch einen Grund dafür.

Und wenn Frauen dieser unguten Ahnung nachgehen wollen, dann ist das einzig und allein ihre Sache.

Ungewissheit kann quälend sein

Auch wenn alle aus ihrem persönlichen Umfeld davon abraten, so ist es immer noch die Entscheidung der betroffenen Frau, wie sie mit ihrer Ungewissheit umgeht. Möchte sie Klarheit und verschafft sie sich, dann ist das okay.

Allein schon deshalb, weil man als betroffene Frau in stillen Stunden allein ist, mit seinen peinigenden Gedanken. Mit der Vorstellung, ob es da draußen eine Frau gibt, die ihrem Partner oder dem neu kennengelernten Mann vielleicht ja mehr bedeutet als sie?

Auch wenn viele beste Freundinnen in solchen Situationen oftmals fast eine Standleitung via Handy zu der von Ungewissheit Geplagten haben – ist man (FRAU) wieder allein mit sich, tauchen vor dem geistigen Auge auch schon mal verstörende Liebesszenen auf. Hauptdarsteller: der eigene Mann und eine fremde Frau.

Dagegen angehen – sich in einer solchen Situation Klarheit verschaffen – zu wollen ist da nur logisch und der eigenen Gesundheit sogar förderlich.

Kaum jemand hält derlei Ungewissheits-Szenarien lange Zeit aus.

Und: eine harte Wahrheit ist im Fall des Falles immer noch besser, als endlose Zeitschienen der Ungewissheit. Oder gar Jahre oder Monate voller Lügen!

Insofern: wie eine Frau mit einem schlechten Bauchgefühl bezüglich Untreue, Lügen, Doppelleben, Seitensprung & Co. umgeht, entscheidet nur sie. Sie allein.

Zumal SIE es ja auch ist, die mit dem Ergebnis der Gewissheit zumeist auch genau so klar kommen muss:

nämlich allein!

Herzlichst,

Linda-Tabea Vehlen

Bildnachweis: Fotolia, https://de.fotolia.com/id/52569105

Datei: #52569105 | Urheber: Knut Wiarda

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