Lebenslange Treue – heutzutage überholt?

Als der Trauspruch „Bis der Tod euch scheidet“ entstand und noch ernst und wörtlich genommen wurde, gab es weder Telefon, Fernsehen und Radio, geschweige denn Handys und Internet.

Die Menschen damals lernten, wenn es hochkam, in ihrem Leben vielleicht 80 neue Leute kennen, in ländlichen Regionen wurden noch viel weniger neue Kontakte im Laufe eines Menschenlebens geschlossen.

Heute kann, wer es drauf anlegt, mit hunderten neuen Leuten und noch vielen, vielen mehr in wenigen Stunden in Kontakt kommen. Internet und damit auch die sozialen Netzwerke machen es kinderleicht möglich.

Diesen Verlockungen erliegen logischerweise auch Leute, denen es weder um Freizeit- noch um Geschäftskontakte geht, sondern die schlicht und ergreifend fremdgehen oder neben der neuen Bekanntschaft noch weitere Kontakte parallel haben wollen.

Ob es das Internet oder unsere flexible Gesellschaft an sich ist, die Auswirkungen darauf haben, dass viele Ehen heutzutage nicht mal zehn Jahre halten, sei einmal dahingestellt.

Es ist einfach so, dass selbst viele Männer (bleiben wir mal bei den Männern, gemäß unserem Blog-Namen…), die ohne Internet & Co. wahrscheinlich gar nicht fremdgehen würden, durch die unendlichen Kontakte-Möglichkeiten im Web erst richtig auf den Geschmack kommen.

Wobei das nicht mal immer gezielt geplant sein muss, theoretisch kann man(-n) sich ja auch in eine Verkäuferin oder Käuferin bei ebay verlieben….Dass dies freilich seltener vorkommt, als die gezielte, heimliche Kontaktaufnahme zu anderen Frauen, versteht sich natürlich.

Fakt ist, dass die Haltbarkeit von Ehen und festen Partnerschaften in der heutigen Zeit extrem gefährdet ist.

Dabei spielen Streitigkeiten und die mobile Arbeitswelt eine nicht unerhebliche Rolle.

Erstere haben dann eine Auswirkung auf neue Kontakte, die sich ein Mann vielleicht im Internet sucht, wenn sie Dauerbegleiter in der Beziehung sind und man sich fast alltäglich über irgendwelche Kleinigkeiten annörgelt. Viele gebundene Herren der Schöpfung fliehen dann in die virtuelle Welt, wo sie sich von jetzt auf gleich ganz anders präsentieren können und entsprechend positive Rückmeldungen von weiblichen Userinnen bekommen.

Zum Beispiel in Datingportalen oder Singlebörsen.

Hier sind die Frauen interessiert, schreiben nett und wollen ihn dazu auch noch kennenlernen. Sie ahnen ja auch nicht, dass der, mit dem sie schreiben, kein Single ist…

Ein weiterer Fallstrick in Sachen Fremdgehen oder die Zweitbeziehung sind häufige Geschäftsreisen, die Männer aus beruflichen Gründen unternehmen müssen.

Dabei muss die eigene feste Beziehung nicht mal schlecht sein – macht es noch irgendwo anders „klick“ – entweder abends an der Hotelbar oder weil er, weit von daheim, aus Langeweile mit irgendwelchen fremden Frauen chattet, kann sich durchaus mehr ergeben.

Manchmal ist es nur ein One-Night-Stand – manchmal aber auch die Parallelbeziehung über viele Jahre. Entstanden aus dem puren Zufall, der gerade sich bietenden Gelegenheit…

Insofern gehören auch Sprüche ? la „am Fremdgehen ist niemals nur ein Part der Beziehung schuld“ in die Mottenkiste.

Wie gesagt:

Gelegenheit macht Seitensprünge, das passiert eben auch Männern, die daheim die Traumfrau als Partnerin haben.

Oft ist außerdem Alkohol im Spiel, viele Männer – wenn auch nicht der Großteil – können manch` verlockender Situation dann und wann einfach nicht widerstehen und dann passiert es.

Ein Grund im &üuml;brigen, warum für Frauen die Plattform  www.wen-datet-er-noch.de ins Leben gerufen wurde, mit der sich per Mausklick die Chance bietet, lügende und untreue Männer aufzuspüren.

Um auf den eingangs genannten Spruch zurückzukommen:

meine Meinung ist, dass er durchaus seine Daseinsberechtigung – und auch was romantisches! – hat, aber im Hinblick auf die hohen Scheidungs- und Trennungsquoten von Paaren in der heutigen Zeit tatsächlich eines ist: antiquiert.

Was ja nicht heißen muss, dass lebenslange Treue zwischen zwei Menschen tatsächlich gelebt wird.

Immerhin gibt es noch viele, viele Paare, denen die Beziehung mehr wert ist, als der schnelle Kick auf fremder Haut. Und das macht Mut!

Herzlichst,

Linda-Tabea Vehlen, auf Facebook unter http://www.facebook.com/lindatabea.vehlen?ref=tn_tnmn#!/lindatabea.vehlen

Bildnachweis: Fotolia, #40283365 © glogoski

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