beauty girl cryAus gegebenem Anlass – dem Todesfall eines nahestehenden Angehörigen – möchte ich heute über den Unterschied zwischen dem brennenden Schmerz bei Liebeskummer und der Trauer beim Verlust eines geliebten Menschen schreiben.

Auch für Liebeskummer gilt: der oder die Verlassene leidet, ja, trauert geradezu!

Wir alle kennen das Gefühl des Liebeskummers, wenn der Partner oder der/die Angebetete sich trennt.

Sei es, weil die Emotionen des Partners nicht ausreichten, er untreu war oder er aus einem für uns nicht ersichtlichen anderen Grund die Beziehung beendete.

Empfanden wir aufrichtig und ehrlich für denjenigen, dann fühlt sich sein Weggang an wie ein Stich ins Herz. Ein schockartiges Gefühl, Fassungslosigkeit, Ungläubigkeit und tiefe Traurigkeit sind meist die vorherrschenden Empfindungen, die sich einstellen.

Irgendwie trauert man eben auch bei Liebeskummer um einen Menschen. Der aber – bei aller Fassungslosigkeit – noch da ist. Nur eben nicht bei uns.

Allerdings: im Unterschied zur Trauer die uns beim Tod eines lieben Menschen erfasst, könnte derjenige der ging (theoretisch) wieder kommen. Immer. Das passiert ganz häufig nicht, aber für die Verarbeitung des Liebeskummers ist dieser Gedanke ein ganz wichtiger Strohhalm. An den sich wohl so mancher „Herzeleid-Geplagter“ klammert.

Manchmal ist das gar der einzige, wenn das Herz blutet. Als ich vor Jahren wirklich üblen Liebeskummer hatte (aus dem dann mein Fremdgeher-Aufdeckportal für Frauen

www.wen-datet-er-noch.de entsprungen ist), war dieser Gedanke meine Hauptantriebsfeder, um überhaupt durch den Tag zu kommen.

„Alles nur ein Missverständnis“, „er besinnt sich und kommt wieder“, „er wird mich schon vermissen und einsehen, dass die Trennung ein Fehler war“ – so und ähnlich drehte sich mein Gedankenkarussell. Immer und immer wieder. Ohne Unterlass. Den ganzen Tag. Abends, wenn ich die Augen schloss (wenn das denn gelangt…) und morgens, wenn ich aufwachte.

Ich tröstete mich damit, dass diese schreckliche Zeit wohl nur auf einem Missverständnis beruhen könnte und schon bald mit einer Aussprache alles wieder ins Lot kommt.

Der Schmerz des Liebeskummers, man vergisst das eigentlich nicht, war enorm.

Er erfasste mich mit einer solchen Wucht, die ich mir nie hätte vorstellen können. Jedenfalls bei diesem einen Mann. Nicht immer ist ja der Liebeskummer so groß, dass man Kette raucht, kaum was isst, das eine oder andere Glas Wein zuviel kippt. Bei man(-n)chem ist man ja froh, dass er weg ist, wieder andere, die kein Interesse für uns bekunden, sind uns dann auch egal.

In der besagten Phase las ich viel, weinte unaufhörlich und begann so, den Liebeskummer zu verarbeiten. Hierfür gibt es verschiedene Phasen, in die so gut wie jeder, den der Liebeskummer plagt, gelangt. Unsere Liebeskummer-Expertin, Silke-Julia Rödel-Schöpker, kann zu diesem Thema mehr in die Tiefe gehen, bei Interesse einfach Kontakt aufnehmen!

Der Liebeskummer-Schmerz, so dachte ich damals, ist der schlimmste Schmerz – seelisch gesehen – den es gibt. Ich kannte so nichts vergleichbares.

Und wurde doch dieser Tage eines Besseren belehrt. Als ein enges Familienmitglied starb.

Die Trauer, wie der Schmerz beim Tod eines lieben Menschen, genannt wird, schlug erbarmungslos zu und ist, das weiß ich jetzt, kein Vergleich zu Liebeskummer.

Ähnlich ja, aber trotzdem anders. Viel brutaler, schlimmer, intensiver. Denn der kleine, feine Unterschied macht es aus: dass man den verstorbenen Menschen nie mehr wiedersieht. Jedenfalls nicht in diesem Leben. Diese Tatsache dringt bei vielen in den ersten Stunden gar nicht ins Bewusstsein, weil der Schock überwiegt.

Und auch danach, wenn die Formalitäten für eine Trauerfeier zusammengestellt werden müssen, alles organisiert werden muss, dringt meist die Endgültigkeit des Todes noch nicht allumfassend zu den Hinterbliebenen vor.

Der Schmerz aber, dass ein nahestehender Mensch von dieser Welt ging – der ist nicht in Worte zu fassen und deshalb mit Liebeskummer auch nicht zu vergleichen.

Man könnte fast dazu neigen, Menschen mit „nur“ Liebeskummer zu belächeln, wenn man in Trauer ist, aber das ist natürlich auch nicht richtig.

Gestorben – die Wucht dieses Wortes, ausgesprochen im Zusammenhang mit der Todesnachricht, kann sich einbrennen in den Schmerz, einem wieder und wieder die Kehle zuschnüren. Weil man „es“ eben nicht fassen kann.

Und merkt, dass man selbst auch nicht unsterblich, das Leben endlich ist. Im Zusammenhang mit dem Liebeskummer, deshalb ein Tipp an alle, die leiden, weil der Partner fremdgegangen oder seine Liebe erloschen ist, man betrogen wurde oder eben nicht DER Partner für den anderen ist: den Liebeskummer professionell angehen, verarbeiten, Experten (siehe oben) zu Rate ziehen.

Umso eher man aus diesem tiefen Tal herauskommt, umso besser.

Denn das Leben – und das ist wirklich so! – ist viel, viel zu kurz! Liebeskummer sollte sich deshalb nicht endlos breitmachen dürfen!

Herzlichst,

Linda-Tabea Vehlen, auf Facebook unter  https://www.facebook.com/lindatabea.vehlen?ref=tn_tnmn

Bildnachweis: Fotolia,  #40726040 © Chepko Danil

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