So manche Frau kennt das:

da ist gerade mal wieder eine Beziehung oder eine sich anbahnende Partnerschaft deshalb in die Brüche gegangen, weil er sich noch nicht binden will oder ganz und gar bindungsunfähig ist.

Oder mehrere Frauen im Rennen waren, er zweigleisig fuhr und sich jetzt anders entschieden hat. Und dann das:

für nicht wenige dieser betroffenen Frauen, kommt der „Hammer“ dann ganz und gar aus dem persönlichen Umfeld, wenn Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen davon erfahren.

Denn unter diesen gibt es leider immer wieder Exemplare, die in so einem Fall sagen: „wenn Dir das jetzt schon wieder passiert ist, hat es wohl eher mit Dir zu tun!“.

Diese Meinung kursiert auch in vielen Internet-Foren, in denen Userinnen ihr Leid mit solchen Männern klagen, sehr häufig.

Nicht zuletzt bedient der Büchermarkt dieses Thema zuhauf.

Ein Titel soll hier erwähnt sein:

„So nah und doch so fern“  handelt von bindungsunfähigen Menschen und dass die, auf die sie treffen, auch ein Problem haben und zeigt die Ursachen hierzu auf. Ich selbst habe das Buch auch gelesen, es ist interessant und wissenschaftlich fundiert, gar keine Frage!

Nur: warum sollten sich Frauen, die in der Kennenlernphase vor vollendete Tatsachen gestellt werden ? la „…ich bin doch nicht verliebt“ (wenn er schon mit roten Rosen und Liebesbekundungen vor ihr stand!) oder Frauen, die sich in einer frischen Beziehung mit einem Mann befinden und von ihm nach nur kurzer Zeit wieder abserviert werden, die Schuld geben?

Eine Frage, die vielleicht auf die eine oder andere Leserin befremdlich wirkt, aber liest man die Foren mal quer, wird ganz oft, immer und immer wieder, auf der Frau, die ein solches Erlebnis im Forum online stellt, herumgehackt.

Frei nach dem Motto: „er hat Dich verlassen / interessiert sich plötzlich nicht mehr für Dich – na und? – hast DU vielleicht ein Problem mit Deinem Ego?“.

Unglaublich und für die betreffenden Frauen wohl noch Öl ins Feuer des Schmerzes, den man ja doch meist hat.

Wie eingangs schon erwähnt, sind derartige Meinungen aber oft auch im Umfeld von Frauen, denen dies passiert, zu hören.

„Vielleicht solltest Du mal an Dir arbeiten?“, „Nach so kurzer Zeit kann Dich doch das nicht so derartig umhauen!“, „Hast Du erwartet, dass es für ihn nach nur wenigen Wochen schon was ernstes ist?“ „Damit musst Du doch rechnen, wenn ihr euch noch nicht sooo lange kennt!“ „Deine Erwartungen sind wahrscheinlich zu hoch, das strahlst Du aus, deshalb gehen die Männer so rasch wieder…“ „Irgendwas hast DU noch nicht verarbeitet, wahrscheinlich spürte er das und machte Schluss“.

Und so weiter und so fort.

Natürlich wird es rein vom psychologisch-wissenschaftlichen Aspekt betrachtet, eine Menge geben, was bei Frauen reinspielt in so Geschichten mit immer wieder unehrlichen oder nach kurzer Zeit angeblich schon nicht mehr verliebten Männern.

Aber ist es wirklich so, dass FRAU diejenige sein muss, die ihr Verhalten, ihr Tun, ihre Gefühle nun bis ins kleinste Detail hinterfragen soll? Wozu? Dass irgendwelche Küchenpsychologen sich bestätigt fühlen?

Eine Frau, die sich ehrlich verliebt, Gefühle entwickelt für einen Mann, der auch ihr dies vermeintlich vermittelt, sich einlassen möchte auf eine Partnerschaft, den Mann fürs Leben sucht – und dann unerwartet eine Ansage von ihm bekommt, dass die Gefühle für sie doch nicht reichen, die sollte und muss sich überhaupt nicht hinterfragen!

Auch wenn ihr das -zig Mal hintereinander passiert.

Wenn Sie sich ganz normal gibt, offen, ehrlich und kommunikativ ist, sich nicht verstellt, nicht gleich Szenen macht, nur weil er im Job mal abends länger arbeiten muss und sich auch in Sachen „klammern“ zurück hält, dann hat SIE definitiv kein Problem.

Leider sind es ja ganz häufig diese sympathischen Frauen, die sich ehrlich jemanden „für immer“ wünschen, die einen bodenständigen Job und damit ihr Auskommen haben, nicht klammern, weil der Freundeskreis sowieso groß und Langeweile ein Fremdwort ist, sich öffnen, es ehrlich meinen und – immer wieder enttäuscht werden.

An Männer geraten, denen nach wenigen Wochen oder Monaten einfällt: das Gefühl reicht nicht. Und die sich dann von so manchem auch noch anhören müssen. „na ja, vielleicht liegt es ja an Dir!“.

Solche Sätze, manchmal nur achtlos dahingesagt, führen dazu, dass sich die betreffenden Frauen noch mehr im Liebeskummer vergraben.

Selbstzweifel haben, lange noch daran knabbern, weil sie dann doch die Gründe bei sich suchen und überlegen, was sie wohl falsch gemacht haben.

Deshalb: raus aus der Grübelfalle!

Fällt IHM nach wunderschönen Wochen des gemeinsamen Beisammenseins, vieler Unternehmungen, schöner Nächte, -zig Komplimente, die er ihr gemacht hat und unzähliger Blumen, die er ihr mitgebracht hat ein, dass er sich geirrt hat und sie doch nicht die Richtige ist, dann – tja – dann ist ER es, der ein Problem hat, nicht die Frau.

Auch wenn es manchen Frauen immer und immer wieder passiert: kennenlernen, alles soweit gut, er legt sich ins Zeug, hebt sie in den Himmel, sie verliebt sich noch mehr und dann von ihm ganz plötzlich: das Aus!

Es sollte keinen, absolut gar KEINEN Grund geben, die Schuld bei sich zu suchen, in Selbstzweifel zu verfallen oder den nächsten Therapeuten anzusteuern. Nein, nein und nochmals nein!

Weder brauchen Sie sich und Ihre Einstellung oder gar das Beuteschema zu ändern, noch an sich zu „arbeiten“, um beim nächsten Mal „alles richtig“ zu machen!

Alles Quatsch!

Tragen Sie Ihr Ego ruhig gesund vor sich her und wenn Sie wieder an so einen Typen geraten, der angeblich Zeit braucht, sich eigentlich nie richtig verlieben kann und erst merkt, dass keine Schmetterlinge fliegen, wenn er sich schon in eine Beziehung mit Ihnen begeben hat, dann liegt es definitiv nicht an Ihnen!

Auch wenn der nächste Kandidat schon wieder so „wackelig“ daherkommt.

Vielleicht ist ja dann der übernächste der Richtige! Ohne Bindungsangst, ohne Spielchen. Wäre doch schade, wenn Sie dann nicht mehr so sind, wie Sie eben einfach sind!

Herzlichst,

Linda-Tabea Vehlen

Bildnachweis: Fotolia –  © Dan Race #25687473

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