Person am Bahnhof

Sie hat in den letzten Jahren einen unheimlichen Schub bekommen und wird wohl auch zukünftig eines der häufigsten gelebten Beziehungsmodelle sein: die Fernbeziehung.

Wo Jobs flexibel an allen nur erdenklichen Orten ausgeführt werden müssen und Paare sich im Internet finden, gibt es immer mehr Menschen, die Auto, Bahn oder das Flugzeug besteigen müssen, um ihren Partner zu sehen. Zumeist trifft man sich am Wochenende, weshalb diese Art der Beziehung logischerweise auch „Wochenendbeziehung“ genannt wird.

Fernbeziehung nicht für jeden geeignet

Dieses Paarmodell ist jedoch bei weitem nicht für jeden geeignet.

Während Männer im Allgemeinen nicht das große Problem mit der Liebe auf Distanz haben, ist ein Großteil der Frauen mißtrauisch. Ein Blick ins Internet genügt und es ist schnell klar, welche Probleme viele Frauen, die Teil einer Fernbeziehung sind, haben. Oder sich vielleicht auch machen.

Sehr eifersüchtige Naturen, deren Partner, Ehemann oder der neue Freund woanders leben, müssen starke Nerven haben. Jeder Anruf bei IHM, der ins Leere läuft, jede SMS, die nicht innerhalb von fünf Minuten beantwortet wird, verursachen mitunter schon Panik.

Doch ist diese gerechtfertigt? Wer sich in den „Grundmauern“ seiner Beziehung wohlfühlt und das respektvolle Miteinander pflegt, sollte zunächst Vertrauen walten lassen. Oft kommt es bei sehr eingefahrenen Gleisen oder Ritualen dazu, dass man ein schlechtes Bauchgefühl entwickelt, dem Mann mißtraut, wenn selbst schon kleine Abweichungen davon auftreten.

Er ist nicht erreichbar?

Ihre „Telefondates“ sind an drei Tagen in der Woche abends und an den anderen Tagen erreichen Sie ihn um diese Zeit nicht? Davon abgesehen, dass hier vielleicht schon eine kleine „Kontrolle“ stattfindet, sollte man nie vergessen, dass der Partner durchaus ein Eigenleben hat und nicht über jeden Schritt Rechenschaft ablegen muss.

Ist kein Vertrauen da, sollte man sich fragen, ob das Modell „Fernbeziehung“ das richtige für einen ist. Denn für beide kann es schnell brenzlig werden, wenn ER seinen Hobbys, Geschäfts- und Freizeitaktivitäten nachgeht und SIE ihn schon im Bett mit einer anderen Frau vermutet. Und vielleicht (ungewollt) mit unangebracht vielen Anrufen oder Nachrichten auf die Ebene des Nachspionierens gerät. Davon einmal abgesehen, dass, wer so agiert, sich vor allem selbst das Leben schwermacht.

Statt die Stunden als Single auf Zeit zu genießen, machen sich viele Frauen mit abwegigen Vermutungen unnötig fertig und verlieren mehr und mehr an Leichtigkeit, da sich solche Gedanken natürlich in der Ausstrahlung verfangen. Die dann gar nicht mehr so unbelastet und frisch daherkommt!

Dem Partner entgeht ein solches Verhalten selbstredend nicht, so dass – wenn man nicht selbst aufpasst – eine unangenehme Spirale unnötig ihren Lauf nimmt.

Kommunizieren in Fernbeziehung Gold wert

Es empfiehlt sich, solche Situationen zu entschärfen oder gar nicht erst entstehen zu lassen, indem man IHM seine Ängste kommuniziert. Vielleicht wurden Sie ja schon betrogen, haben erlebt, dass er neben Ihnen noch eine andere Frau oder mehrere Frauen hatte oder mussten die Erfahrung machen, dass mit Gefühlen gespielt wurde.

Natürlich ist es nachvollziehbar, wenn dann Ihre Antennen sensibel und immer „auf Empfang“ sind – und unter Umständen falsche Signale empfangen. Wie in so vielen Lebenssituationen gilt auch hier der Rat: reden, reden, reden. Gemeinsam Angst- und Spannungszustände abmildern und Verständnis zu schaffen, für ein Verhalten, welches vielleicht auf schlechten Erfahrungen beruht.

Wenn beide wissen, wie der andere tickt, haben Mißverständnisse, Fehlinterpretationen und nebulöse Gedanken keine Chance. Was einer Beziehung auf Distanz mehr als nur dienlich ist!

Was aber, wenn das Mißtrauen berechtigt zu sein scheint und das schlechte Bauchgefühl sich bestätigt? Gerade bei Frauen, die einen Mann im Internet kennen gelernt haben, wird Ehrlichkeit fast ausschließlich daran gemessen, ob er noch online und auf seinem Profil aktiv ist.

Fakten im Auge behalten!

Ist dies der Fall und kommen die eingangs erwähnten Beispiele (er ist häufig nicht daheim, antwortet spät oder gar nicht auf SMS) häufig vor, meldet er sich oft nicht oder nur selten, dann tut FRAU gut daran, sich nichts vorzumachen und sich an den Fakten zu orientieren.

Nicht melden, trotz Beziehung online und noch immer in der Singlebörse aktiv sein, sind absolut Kriterien, an denen eine Frau erkennt, ob er es ernst meint oder nicht. Diese Signale deuten in fast allen Fällen darauf hin, dass da noch eine andere Frau im Spiel ist und er Fernbeziehung und Internet nutzt, um mit anderen Frauen zu chatten, sich mit ihnen zu treffen oder auch fremd zu gehen.

Bekommen Sie derlei Dinge mit, dann ist das weitere Vorgehen eher eine Typsache.

Sagt er die Wahrheit?

Viele Frauen möchten, um Klarheit zu bekommen, mit ihm reden, was auch in Ordnung ist. Doch sollten Sie sich bewusst darüber sein, dass ER hier nur das Märchenbuch aufklappen und Sie mit irgendeiner halbseidenen Story ruhig zu stellen versuchen wird.

Eine andere Variante wäre, ihn abzuhaken und den Kontakt sofort einzustellen. Natürlich kommt es immer auch daran an, wie lange man sich bereits kennt.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass, wer gebunden ist und fremd flirtet oder gar fremdgeht, kein verlässlicher Partner ist. Und damit ruhigen Gewissens in die Wüste geschickt werden kann.

Aber wie gesagt: das ist eine Typfrage!

Herzlichst,

Linda-Tabea Vehlen

Bildnachweis: pixabay.com

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