Nach Benching, Ghosting, Submarining und Lovebombing (wir berichteten hier und auf frauenpanorama.de) erscheint nun – wer ahnte es nicht?! – ein neues Dating-Phänomen im großen Zirkus des Kennenlernens.

Es hat einen ziemlich unausprechlichen Namen und klingt schon so fies, wie es ist: Cushioning. Wie so oft ist das Ganze nun aber nicht völlig neu, nur der Name klingt nach „Trend“ oder soll wahrscheinlich so klingen.

Was aber steckt dahinter?

Nun – Cushioning ist die Art, parallel zu seinem Dating- oder Kennenlern-Kandidaten noch jemanden in petto zu haben. Eine Uralt-Masche eigentlich.

Laut einem Bericht auf Welt.de geht es den Leuten, die Cushioning betreiben, in erster Linie darum, nicht allein zu sein, falls sie von dem Haupt-Partner bzw. Haupt-Dating-Kandidaten fallen gelassen werden oder die Verbindung anderweitig zu Bruch geht.

Angeblich suchen diese Leute sich im Vorab schon parallel jemanden, um im Fall des Falles nicht einsam zu sein. Klingt alles ein wenig verschwurbelt und wahrscheinlich mischt man diesem Phänomen viele neue Infos bei, um es als großen, neuen „Dating-Trend“ zu verkaufen.

Allerdings klingt dieses Gebaren auch ganz profan nach dem „nicht allein sein können“.

Solche Leute gibt es ja auch – in Singlebörsen sogar zuhauf. Auch die suchen sich oft jemanden, für den sie eigentlich keine echten Gefühle hegen,  eine Art Abfederung eben, für alle Fälle.

Gab es eigentlich auch schon immer, allein es fehlten wohl die Bezeichnungen für diese ganzen ungeliebten Dating-Maschen (die kein Mensch braucht).

Dazu ist auf Welt.de folgendes zu lesen:

„Man datet jemanden, ist sich aber nicht sicher, wie es weitergeht. Um nicht alleine dazustehen, wenn es in die Binsen geht, sucht man also jemanden, der als Kissen (engl. cushion) fungieren kann. Jemanden, der den Schmerz oder schlicht das Gefühl des Scheiterns irgendwie abfedert. Ein menschliches Kissen für den Fall der Fälle.(…)Dabei kann Cushioning sowohl Leuten dienen, die einfach nicht gerne alleine sind, als auch Leuten, die eigentlich ernsthaft verknallt sind, aber die eine andere Person als emotionale Abfederung brauchen, sollte ihr Verliebtheit letztlich nicht erwidert werden.“

Ziemlich befremdlich, aber es geht noch irritierender, denn in dem o. g. Artikel werden auch Leute zitiert, die diese fiese Dating-Masche ganz bewusst einsetzen, Zitat:

„Das US-Magazin „Babe” hat mit einigen dieser Kissen-Dater gesprochen. So erklärt eine Anna, dass sie zwar mit keinem ihrer „Kissen” etwas angefangen habe, sie aber als Backup-Option gebraucht hätte:

„Ich habe jemanden für ein paar Monate gedatet, und es lief auch eigentlich ganz gut. Aber dann hatte ich den Eindruck, dass die Luft etwas raus war. Ich mochte ihn noch immer, aber war mir nicht sicher, ob ich wollte, dass er mein Freund ist. Aber statt das Vernünftige zu tun, also mit ihm zu reden, habe ich einfach wieder getindert und mit ein paar Jungs gechattet. Nur falls aus dem einen nichts werden würde.”

Eine Rosie erklärt hingegen, sie habe durch das Cushioning ihre Ängste im Zaum halten wollen:

„Wenn ich einen Typen wirklich mag, suche ich mir einen ‚B-Team‘-Typen, um meine Ängste in den Griff zu kriegen. […] Ich übertreibe total mit dem und texte ihm ständig, so dass ich relaxter mit dem A-Team-Mann bin.”

Wenn man ganz ehrlich ist, gibt es für diese Art des Datings eigentlich nur einen Begriff: unnormal. Das ist wirklich nichts anderes mehr!

Denn wer Gefühle für jemanden hat oder mit diesem Menschen bereits in einer frischen Beziehung steckt UND dennoch überzeugt davon ist, noch Parallelkontakte (oder zumindest einen) nebenher haben zu müssen, der ist psychisch definitiv mit einem Problem belastet.

Und egoistisch noch dazu, denn: einen anderen Menschen – womöglich noch einen, der verliebt ist und von dem miesen Spiel logischerweise nichts ahnt – bewusst zur emotionalen Abfederung zu nutzen, das ist schon mehr als perfide.

Aber – leider, leider – eben auch an der Tagesordnung. Und das war es schon, bevor der sperrige Begriff für dieses fiese Dating-Verhalten erfunden wurde. Parallel-Kontakte gab es schon, bevor Leute sich digital verliebten. Bislang fiel das allerdings meist in die Kategorie „Heimlichkeiten“.  Oder der Reiz des Neuen, das Aufregende steckte dahinter.

Nicht umsonst verfluchen ja so viele (Ehe)Frauen das Internet und den darin brodelnden Dating-Zirkus.

Männer – das wird auch immer wieder in Frauen-Foren im Internet diskutiert – stoßen ja hier mit nur wenigen Mausklicks auf Parallelkontakte, wenn sie denn danach suchen. Was leider sehr viele machen – egal, ob fest gebunden oder erst frisch mit einer Frau in einer Kennenlernphase.

Wir bekommen davon nahezu täglich Kenntnis – im Kontakt mit Nutzerinnen und/oder Interessentinnen unseres Lügner- und Fremdgeher-Aufdeckportals www.wen-datet-er-noch.de

Gut möglich, dass auch hier Frauen dabei sind, die emotional nur missbraucht – um nicht zu sagen: verarscht! – werden. Weil man(n) eigentlich an einer anderen interessiert ist. Und damit mittendrin ist – im Cushioning.

Das hat nun auch noch gefehlt! Insofern gilt es einmal mehr, auf sein Bauchgefühl – das zweite Gehirn – zu hören! Lassen Sie es niemals außer Acht!

Bildnachweis: pexels.com

 

 

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