Fürst Albert von Monaco auf Staatsbesuch bei Gauck und Westerwelle schmeisst gleich mal ´ne Promi-Bootstour – wer zahlt das eigentlich?

Fürst Albert nebst Gattin sind zu Besuch beim Bundespräsidenten in Berlin. Soweit so gut. Neben den offiziellen protokollarischen Tagesordnungspunkten stand auch eine Bootstour auf dem Programm. Laut WELT online spielte sich das ganze so ab:

„Westerwelle hatte das Fürstenpaar zum Mittagessen zu einer Spree-Rundfahrt eingeladen. In der Nähe des Kanzleramtes gingen sie an Bord der «Sanssouci». Als das Boot ablegte, stand das Fürstenpaar winkend zwischen Westerwelle und dessen Mann Michael Mronz am Bug – beide Monegassen hatten Sonnenbrillen aufgesetzt.

An Bord waren auch geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft – darunter Modedesigner Wolfgang Joop und Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick, die mit Charl?ne befreundet ist. Die Fürstin ist selbst ehemalige Olympiaschwimmerin, interessiert sich für Mode und war vor wenigen Tagen bei den Haute-Couture-Schauen in Paris. Am Nachmittag lief Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) mit dem Fürstenpaar vor vielen Schaulustigen durch das Brandenburger Tor.“

Dass Franziska van Almsick eine Freundin von Alberst Gattin ist, ist bekannt. Nur: was hat sie eigentlich bei einem solchen Staatsbesuch verloren? Und mit ihr Wolfgang Joop? Ganz zu schweigen von Michael Mronz, Partner von Guido Westerwelle, der bekanntlich nie weit weg ist, wenn Staatsbesuche oder glamouröse Polit-Termine anstehen. Und hat Guido Westerwelle nichts Besseres zu tun als ein Promi-Treffen, womöglich auf Kosten des Steuerzahlers, zu organisieren?

Da fragt man sich doch als normaler Bundesbürger, was das alles soll?

Staatsbesuch gut und schön, aber hätte es nicht gereicht, wenn Gauck und seine Partnerin dem monegassische Fürstenpaar die Hauptstadt vom Wasser aus gezeigt hätten?

Warum hierfür so ein Promi-Auftrieb? Dieselben Gesichter, die `eh schon tagein, tagaus feiern und in fast jeder BUNTE auftauchen, sind nun auch noch bei eigentlich politischen Termin dabei.

Und dass, wo es in anderen Teilen der Welt Krieg gibt, außenpolitische Dinge zu lösen sind, der Außenminister dort entsprechend gefragt wäre.

Aber nein, Guido Westerwelle – man weiß es ja eigentlich – fühlt sich eben doch wohler auf dem Glamour-Parkett. Selbstredend, dass er dort auch meist mit seinem Lebensgefährten auftaucht, der – so kann man vermuten – diese Termine bestimmt gut für seine beruflichen Kontakte nutzen kann. Kontakte, die normalen Menschen verwehrt bleiben. Kontakte, die sicher ´ne Menge Geld einbringen.  

Mronz selbst, der Lebensgefährte von Westerwelle, hat weder was mit Politik zu tun noch ist seine Präsenz – anders als bei z. B. der Gattin des Bundestagspräsidenten – auf entsprechend hochkarätigen Terminen Pflicht.

Dennoch sieht man ihn ganz oft an der Seite von Westerwelle. Wie gesagt: bei interessanten Terminen, die sicher den einen oder anderen guten Kontakt für Mronz abwerfen.

Solche Dinge geben „normalen“ Menschen einmal mehr das Gefühl, dass viele Politiker den Bezug zur Realität längst verloren haben, einfach ihr Ding im Inner-Circle, abgebildet wöchtenlich in z. B. BUNTE, machen und das alles bestimmt zu ihrem eigenen Vorteil.

Ähnlich schauts auch mit Wowereit aus. Flughafen-Desaster, Pleite-Hauptstadt?

Ach, was soll`s! Hauptsache allabendlich auf´m roten Teppich präsent, und wenn`s nur ´ne Promi-Friseur-Eröffnung ist.

Auf mich wirkt das alles wie eine riesige Vorteilsnahme in allen möglichen Ämtern. Für das Volk agieren? Macht für die meisten Leute „gefühlt“ gar kein Politiker.

Da wird unser Steuergeld rausgeworfen an allen Ecken und Enden, soll die Bevölkerung, wie gerade bekannt wurde, per Meldegesetz am besten noch ausspioniert werden, erhöhen sich Politiker ihre Diäten einfach selbst, wird im Gesundheits- und Sozialwesen geknapst und gespart, aber: gefeirt wird.

Mit den Promis, mit Dauergrinsen, mit keinerlei Bezügen mehr zur Realität.

Millionen von Bundesbürgern würden ganz sicher auch dauergrinsen, wenn sie mehre (zehn-)tausende Euro im Monat, einschließlich Chauffeur und preiswerte Dienstwohnung nebst anderen Vergünstigungen zur Verfügung hätten. Und fast jeden Abend auf dem roten Teppich das Champagnerglas schwingen könnten.

Nach dem Motto: „hoch die Tassen, nach uns die Sintflut“!

Politiker, die wirklich was bewegen? Das war einmal. Armes Deutschland!

Linda-Tabea Vehlen

Bildnachweis: Fotolia © Minerva Studio #42867575 –

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