Das hat gerade noch gefehlt: DSDS wird demnächst als Kindercasting starten.

Wenn man denkt, verrückter geht es nicht mehr, dann kommt es – wie so oft – immer noch dicker.

Kaum hat man die Nachricht wahrgenommen, erscheinen Bilder im Kopf, wie ein solches Casting dann wohl ablaufen mag. 

Kinder, egal, ob vier oder 13 Jahre alt, werden sich bei Dieter Bohlen präsentieren.

Mit von der Partie sind zwei Damen, die eigentlich fast nur als „die Ex von….“ wahrgenommen werden.

Dana Schweiger und Michelle Hunziker.

Letztere kennt man ja immer noch von diversen Moderationen, aber Dana Schweigers „Berufsbezeichnung“ Model gehört wohl in die ewigen Jagdgründe. Den wenigsten wird sie in den letzten Jahren als Model aufgefallen sein. Eher schon als „die Ex von Til Schweiger“, was ja für das Showbusiness und die ewigen „Rote-Teppich-Events“ immer noch reicht.

Und jetzt sogar zum Part des Jurymitglieds von „DSDS für Kids“.

Man möchte sich an den Kopf greifen, aber die beiden – Schweiger und Hunziker – kommen aus dem Schwärmen für dieses fragwürdige Format nicht heraus. 

Was wohl bei einer – sehr wahrscheinlich – attraktiven Gage auch kein Wunder ist!

Kommt ziemlich verlogen rüber, fast meint man, die sollten sich was schämen!

Zumal sie selbst Mütter sind und wissen sollten, wie sensibel Kinderseelen sind.

Da nimmt man es ihnen auch ganz und gar nicht ab, dass sie ihre eigenen Kids durchaus in eine solche Show schicken würden.

Aber was soll`s: „The Show must go on!“. Und wenn es auf dem Rücken von unmündigen Kindern ist.

Man wünscht sich, der Platz vor der Kids-Jury bliebe leer, aber bei diesem frommen Wunsch wird es wohl auch bleiben!

Zu viele Eltern wird es geben, die sicher nur auf diese Gelegenheit gewartet haben und ihren Nachwuchs gnadenlos vorführen werden.

Da ja auch in einer Kidsversion nicht jeder gewinnen kann, stellt sich die Frage, wie umgegangen wird mit kleinen Menschen, die so gar kein Talent zum Singen mitbringen?

Was ja so kommen wird, denn nur wenige sind mit einer fantastischen Stimme gesegnet! 

Werden diese Kinder dann mit Bohlens gewöhnungsbedürftigen, teilweise primitiven, Sprüchen den Alptraum ihres Lebens erleben? Den sie ganz sicher erst in späteren Jahren realisieren?    

Oder soll man ernsthaft glauben, dass mit Kindern, die nicht das Zeug zum „Superstar“ haben, in der weichgespülten Variante umgegangen wird? Seitens Dieter Bohlen ganz sicher nicht.

Hätten wir nur Eltern im Lande, die ihren Nachwuchs vorbildlich erziehen, dann würde dieses Format keinen einzigen Kandidaten haben.

Leider aber gibt es unzählige Mütter und Väter, die nur auf eine solche Chance warten und bei RTL Schlange stehen werden.

Sei es, weil sie vielleicht selbst Fan dieser unsäglichen Sendung oder der Meinung sind, ihr Kind kommt mal „ganz groß raus“! 

Den wenigsten wird bewußt sein, was sie damit anrichten. 

Schon jetzt können einem die Kinder leid tun, die es nicht über die erste Runde hinaus, und schon gar nicht auf`s Siegertreppchen, schaffen werden.     

Da das geplante Format deutschlandweit von Institutionen, Verbänden und Vereinen stark kritisiert wird, wünscht man sich, dass dies auch bei den Eltern, die ihren Nachwuchs dort anmelden wollen, ankommt und diese noch einmal in sich gehen, bevor die Bewerbung abgesandt wird.

Vielleicht sollten sie sich einfach vorstellen, sie stünden – ohne jegliches Zeug zum Sangesstar – vor einem Millionenpublikum im Scheinwerferlicht und würden die eigene Talentlosigkeit vor aller Augen und Ohren offiziell bestätigt bekommen. Dem einen oder anderen sollte das eine „Notbremse“ wert sein.

Dennoch ist klar, dass es für dieses neue Castingformat auf jeden Fall einen Riesenzulauf geben wird.

Klar ist aber auch, dass wohl viele der kleinen Teilnehmer, die noch gar nicht realisieren, was mit ihnen geschieht und es auch nicht schaffen werden, weiterzukommen, in ein paar Jahren eines tun werden: sich schämen. Für ihre Eltern.

Herzlichst,

Linda-Tabea Vehlen

Bildnachweis: © st-fotograf – Fotolia.com

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