Das Einkommen, um sich etwas von Prada, ein Accessoire oder gar Bekleidung, leisten zu können, dürften Frauen – wenn überhaupt – zur Verfügung haben, wenn sie das 30. Lebensjahr lange überschritten haben.  

Die Rede ist hier natürlich nicht von reichen Erbinnen, Frauen mit dem Prädikat „Frau von….“, die einen Promi aus der Sport-, Musik- oder TV-Branche geehelicht und damit ausgesorgt haben.

Auch um Gatinnen reicher Männer geht es hier nicht. Schon gar nicht um den Typ Frau, der – sozusagen als nettes Beiwerk – am Arm von Sugardaddy ? la Rolf Eden hängt.

Es geht auch nicht um Frauen, wie das Team der Verkäuferinnen von Schlecker, die vielleicht gerade um ihren Job bangen oder die Kassiererinnen aus dem Supermarkt von nebenan. 

Für diese ist und bleibt ein Designerteil oftmals leider unerreichbar.

Wer allerdings als Frau eine Führungsposition inne hat, erfolgreich selbständig ist oder anderweitig durch den Job ein gutes, kontinuierliches Einkommen hat, der leistet sich ja schon dann und wann mal ein Designerteil.

Dass Prada hier ganz oben auf der Wunschliste vieler weiblichen Zeitgenossinen steht, ist bekannt.

Doch kann man sich als im Leben stehende Frau identifizieren, mit einem Model wie Antonia Wesseloh, die aktuell das Gesicht der Prada-Kampagne und gerade mal 16 Jahre alt ist?

Wohl kaum!

Natürlich wissen wir alle, dass ein Model jung und frisch aussehen muss.

Aber ein Teenie-Mädel, was noch zur Schule geht? Befremdlich!

Auch, wenn man sich daran gewöhnt hat, dass die Modeszene im Bereich der hochpreisigen Designer ihre eigenen Gesetze hat.

Jedoch: diese gelten doch eigentlich nur im Fashion-Zirkus selbst, gemacht von einem kleinen „inner Circle“, der wohl nicht selten unter Realitätsverlust zu leiden scheint.

Denn mit so jungen Gesichter wie aktuell mit Antonia Wesseloh werden ja diverse Luxusprodukte beworben. 

Sei es die Gesichtscreme, das Shampoo oder eben auch die Handtasche, die tolle Designerhose.

Auch auf internationalen Hochglanzmagazinen, die eher von einer weiblichen Leserschaft in den mittleren Jahren gelesen werden, prangen zumeist sehr jugendliche, oft sogar noch kindliche Gesichter.

Da verwundert es nicht, wenn, wie kürzlich zu hören war, in Hollywod für Schauspielerinnen und Models Kleidergröße Zero (Null) propagiert wird.

Viele der internationalen Promifrauen haben ihre Körper auf Kindergröße geschunden.

Schön? Geht definitiv anders!

Aber zurück zur Normalo-Frau mit Budget.

Sieht sie sich in derlei realitätsfernen Kampagnen dargestellt oder repräsentiert? Eine (nicht repräsentative) Blitzumfrage unter den Frauen in unserem Redaktionsumfeld ergab: nein, ganz und gar nicht!

Keine fühlt sich angesprochen von Teeniegesichtern, die auf Werbeplakaten oder in Hochglanzmagazinen für Designermode werben. Und schon gar nicht von den (immer miesepetrig dreinschauenden) Models, die mit unrealistischen Maßen, die unsereiner mit vielleicht 12 Jahren hatte, über den Laufsteg stakseln.

Die Lust auf`s Kaufen hochpreisiger Designerartikel wird dadurch allerdings nicht gebremst.

Die Gucci-Schuhe, eine Prada-Tasche – das wird wohl auf ewig in die Kategorie „begehrte Luxusgüter“ fallen.

Die Frau von heute, die sich`s leisten kann, kauft.

Auch wenn sie sich ärgert über die kindlichen Werbegesichter, die mit modernen, unabhängigen und intelligenten Frauen von heute so viel gemeinsam haben wie Ex-Bundespräsident Wulff mit Genügsamkeit. 

Wie wohltuend sind da die Kampagnen von Dove (www.dove.de) und BRIGITTE (www.brigitte.de), die mit normalen Frauen, BRIGITTE ganz und gar ohne Models, werben.

Eine Frau wie „Du und ich“, schön gestylt und geschminkt, in realitätsnahen Werbekampagnen und in modernen Frauenzeitschriften zu sehen, macht einfach viel mehr Freude, als ein unreifes Mädel, welches ungeschminkt ausschaut wie Millionen anderer Schulmädchen auch.

Normal, unreif, ohne Profil und noch ohne jede Ausstrahlung.

Die man naturgemäß eben erst dann bekommt, wenn man schon einige Zeit im Fluß des Lebens mitgeschwommen ist.

In diesem Sinne: lieber authentische Weiblichkeit als teeniehafte Unreife.

Vielleicht denken die Hersteller von Frauenprodukten irgendwann mal alle wie Dove und BRIGITTE! Die Hoffnung darauf, die bleibt!

Herzlichst,

Linda-Tabea Vehlen

Bildnachweis: Fotolia Fashion world © Supertrooper #37725813

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